Ein kleiner Griff und schon ein blauer Fleck? Das kann ein Hinweis auf Hämophilie sein. Welche Symptome für die Bluterkrankheit sprechen.
Blaue Flecken beim KindWann Eltern an die Bluterkrankheit denken sollten

Gut behandelbar: Moderne Therapien mit Injektionen des fehlenden Gerinnungsfaktors ermöglichen Kindern mit Hämophilie ein nahezu normales Leben.
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Ein Kind verliert in der Badewanne den Halt, ein Elternteil fängt es am Arm auf – und wenig später ist an der Stelle ein Hämatom sichtbar. Ein solcher Vorfall kann ein Anzeichen für eine Gerinnungsstörung des Blutes sein, die als Hämophilie bekannt ist.
Eine solche Beobachtung führt bei Eltern oft zu großer Unsicherheit, berichtet Carmen Escuriola-Ettingshausen vom Hämophilie-Zentrum Rhein-Main laut dpa: „Besonders erstmalige Eltern machen sich Vorwürfe und denken: Um Himmels willen, haben wir unser Kind so fest angefasst?“ Dabei liegt die Ursache nicht in ihrem Handeln, sondern es verbirgt sich eine Krankheit dahinter.
Was ist Hämophilie?
Bei der Hämophilie, umgangssprachlich auch „Bluterkrankheit“ genannt, mangelt es dem Blut an einem spezifischen Gerinnungsfaktor. Infolgedessen ist die Fähigkeit des Körpers, Blutungen zu stoppen, beeinträchtigt. Ausgelöst wird die Erkrankung durch einen Gendefekt, weshalb sie bereits ab der Geburt besteht.
Man unterscheidet zwischen Hämophilie A und Hämophilie B, wobei die A-Form die häufigere Variante ist. Generell handelt es sich bei Hämophilie jedoch um eine relativ seltene Krankheit. Vorwiegend sind Jungen sowie Männer davon betroffen. Das Portal „gesund.bund.de“ gibt an, dass ungefähr 2 von 10.000 Männern an Hämophilie leiden.
Symptome: Wann Eltern aufmerksam werden sollten
Welche Symptome deuten auf die Gerinnungsstörung hin? Zunächst ist festzuhalten, dass die Ausprägung variiert. „Es gibt extrem starke und weniger starke Bluter“, erklärt Carmen Escuriola-Ettingshausen.
„Üblicherweise wird es auffällig, wenn die Kinder in Bewegung kommen - wenn sie anfangen, sich umzudrehen, zu robben oder laufen zu lernen“, erläutert die Spezialistin. Eine auffällige Häufung von blauen Flecken beim Kind stellt in dieser Phase ein Warnsignal dar.
Frühe Indizien für Hämophilie können aber auch ein nach der Entbindung schlecht verheilender Nabel oder Kratzer sein, aus denen es anhaltend blutet.
Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten
In einem solchen Fall wird eine medizinische Untersuchung empfohlen. Hierbei wird das Blut des Kindes auf einen Mangel des Gerinnungsfaktors VIII (Hämophilie A) oder IX (Hämophilie B) getestet. Eine möglichst frühe Diagnose der Krankheit ist entscheidend. Bleibt Hämophilie unentdeckt und ohne Behandlung, können im Verlauf der Zeit potenziell gefährliche Blutungen im Gehirn und in den Gelenken auftreten.
Positiv ist jedoch: Sobald die Krankheit diagnostiziert wurde, ist sie gut therapierbar. Dies geschieht mittels Injektionen, welche den nicht vorhandenen Gerinnungsfaktor substituieren. Ein weitgehend normales Heranwachsen wird dadurch ermöglicht. „Im Alltag ist es fast, als hätte das Kind keine Hämophilie A“, schließt Escuriola-Ettingshausen. (red)
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