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Helle Kleidung, kalte GetränkeWelche Sommer-Regeln gelten – und welche Quatsch sind

3 min
Nicht mit vollem Bauch schwimmen

Mit vollem Bauch nicht schwimmen - stimmt das?

Berlin – Berlin. Draußen wird es in den kommenden Tagen richtig heiß – also muss ein kaltes Getränk zur Abkühlung her. Aber ist das eigentlich eine gute Idee? Und da schwirrt doch schon wieder eine Mücke durchs Schlafzimmer – obwohl man extra kein Licht angemacht hat. Was ist dran an den Weisheiten für die warme Jahreszeit? Einige sommerliche Fakten im Check.

„Bei Hitze helfen kalte Getränke.“

Das ist falsch. Im ersten Moment wirkt eine eiskalte Limo erfrischend, klar. Doch der Körper erhält dadurch das Signal: Achtung, Kälte! Also fährt er die Wärmeregulierung hoch, und man schwitzt noch mehr. Am besten trinkt man bei Hitze tatsächlich lauwarmes Wasser – regelmäßig und in ausreichender Menge. Auch beim Duschen gilt: Lauwarm ist besser als kalt, wenn man nicht gleich danach wieder schwitzen möchte.

„Am Wasser kommt der Sonnenbrand schneller.“

Das stimmt tatsächlich. „Wasser wirkt in gewisser Weise wie ein Spiegel“, erklärt Physikprofessor Frank Stienkemeier von der Universität Freiburg. So bekomme man die reflektierte Strahlung aus verschiedenen Richtungen und damit viel mehr davon ab - wenn man etwa auf einer Luftmatratze über den See dümpelt. Diesen Effekt sollte man also berücksichtigen, um sich auf dem Wasser angemessen gegen die Sonne zu schützen.

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„Ohne Licht im Zimmer bleiben Mücken draußen.“

Dunkelheit im Raum hilft zwar nicht gegen Mücken, aber gegen Nachtinsekten. Denn Mücken sehen nicht allzu gut. Sie orientieren sich vorwiegend an Gerüchen wie etwa Schweiß oder Parfüm. Auf der Suche nach einer Blut-Mahlzeit checken die weiblichen Stechmücken, wo der Kohlendioxidgehalt der Luft besonders hoch ist. So finden sie Schlafende, die CO2 ausatmen. Die Lampe auszuschalten, ergibt allerdings Sinn, um Nachtinsekten wie Motten draußen zu halten. Die werden nämlich von Licht angezogen.

„Mit vollem Bauch soll man nicht ins Wasser gehen.“

Das stimmt – mehr oder weniger. Wenn man gerade richtig reingehauen hat, ist Schwimmen keine gute Idee. „Bei vollem Magen nach dem Essen verwendet der Körper viel Energie auf die Verdauung. Blut wird vermehrt in den Verdauungstrakt geleitet, zulasten von Muskulatur und Gehirn“, erklärt ein Sprecher der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG). Allerdings ist ein ganz leerer Magen auch problematisch. Dann fehle „die nötige Energie für die Bewegung im Wasser“, so die DLRG. Etwas Kleines vor dem Schwimmen zu essen, ist demnach eine gute Idee.

„Im Sommer sollte man helle Kleidung tragen.“

Das kommt auf verschiedene Faktoren an. Weiß wirft das Licht zurück, Schwarz nimmt es auf. Da erscheint es zunächst logisch, bei strahlendem Sonnenschein helle Kleidung zu tragen. Weil die Strahlen reflektiert werden und man deshalb nicht so schwitzt. Doch es kann noch ein anderer Faktor ins Spiel kommen: „Der Körper kühlt, indem er Wärme abstrahlt. Sie wird auf die Haut zurückgeworfen, wenn man helle Kleidung trägt“, sagt Physiker Frank Stienkemeier. Dunkle lockere Kleidung kann also hier von Vorteil sein. Anders sieht es bei eng anliegenden dunklen Klamotten aus. „Sie heizen sich in der Sonne stark auf und geben die Wärme direkt an die Haut ab“, so der Experte. Außerdem hänge viel von der Dicke des Stoffes ab. (dpa)