Abo

Feuchte Kammer im OhrHNO-Arzt warnt vor bestimmten Kopfhörer-Modellen

2 min
Ein Mann hört Musik

Die Kopfhörer lassen noch Luft an die Ohren? Sehr gut - andernfalls begünstigt man womöglich Entzündungen.

Feuchte Kammer im Ohr: Bestimmte Kopfhörer können Entzündungen auslösen. Ein Experte erklärt die Risiken.

Für Personen, die oft Kopfhörer nutzen, ist eine gute Durchlüftung der Ohren wichtig. Eine erhöhte Gefahr von Entzündungen im Gehörgang kann durch Feuchtigkeit entstehen. Abhängig vom Kopfhörertyp sammeln sich Wärme und Feuchte an, was eine optimale Grundlage für Bakterienwachstum darstellt.

Insbesondere Individuen mit einer Anfälligkeit für Ohrenentzündungen müssen bei der Auswahl ihrer Kopfhörer Sorgfalt walten lassen. Bei sensiblen Ohren spricht der Hals-Nasen-Ohren-Arzt Prof. Thomas Deitmer eine Warnung vor den sogenannten Over-Ear-Modellen aus. Jene bedecken die komplette Ohrmuschel. „Dadurch wird es im Gehörgang warm und zunehmend feucht. Dann freuen sich die Bakterien“, erläutert Deitmer. Eine starke Vermehrung dieser Mikroorganismen kann eine Entzündung nach sich ziehen.

Welche Kopfhörer-Typen als weniger riskant gelten

Laut dem Fachmann werden „On-the-Ear“-Kopfhörer als harmloser eingestuft. Diese sind kompakter als die Over-Ear-Varianten, liegen außen auf der Ohrmuschel auf und gestatten so eine verbesserte Luftzufuhr. Ähnliches trifft auf In-Ear-Kopfhörer zu, sofern sie einen eher lockeren Sitz im Ohr haben.

Die Situation stellt sich jedoch different dar bei In-Ear-Ausführungen mit Silikonaufsätzen, welche den Gehörgang dicht abschließen. „Das hat den Effekt, dass man eine feuchte Kammer erzeugt und leichter Entzündungen entstehen“, sagt Deitmer. Seine Empfehlung bei auftretenden Beschwerden oder bei austretendem Sekret lautet: „Die Gebrauchszeit reduzieren und Luft an die Ohren lassen.“ Überdies ist eine periodische Säuberung der Geräte ratsam, vorzugsweise gemäß den Vorgaben des Produzenten.

Ohrstöpsel: Experte warnt vor dauerhafter Anwendung

Ebenso ist bei der Nutzung von Ohrstöpseln Achtsamkeit erforderlich. Der Facharzt für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Bernhard Junge-Hülsing, spricht sich gegen einen gewohnheitsmäßigen Gebrauch aus. Als Grund nennt er, dass dadurch unter anderem Zerumen wieder in den Gehörgang geschoben wird. Ausnahmesituationen können laute Musikveranstaltungen oder extremer Lärm, etwa in einem Hotel, sein. „Aber es sollte keine Routine sein“, unterstreicht der Arzt.

Dies trifft im Besonderen auf den nächtlichen Einsatz zu, um das Schnarchen des Lebensgefährten zu unterbinden. Die Empfehlung von Junge-Hülsing lautet: „Besser wäre es, dann den anderen zum HNO-Arzt zu schicken, um die Ursachen für das Schnarchen abzuklären.“ (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.