Gefährliche AbgaseIst Joggen in der Großstadt schädlich?

Sportliche Tätigkeit ist laut der Untersuchung der beste Schutz vor sämtlichen Erkrankungen.
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Abgase, Verkehrschaos, höllischer Lärm. In der Großstadt haben es Freizeitsportler nicht immer leicht. Viele Menschen fragen sich deshalb: Ist Sport in der Großstadt überhaupt gesund? Forscher der Universität Kopenhagen wollten es genau wissen.
Für ihre Studie wurden die Daten von 52.061 Menschen im Alter von 50 bis 65 Jahren aus Aarhus und Kopenhagen verwendet, die an einer Langzeitstudie über Ernährung, Krebs und Gesundheit teilgenommen haben und bis 2010 beobachtet wurden.
In den Jahren 1993 bis 1997 mussten die Testpersonen Angaben über ihre Freizeitgestaltung machen: Ob sie häufig Sport machen, mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren, körperliche Garten- oder Hausarbeit machen. Zusätzlich wurde das Verkehrsaufkommen an ihren Wohnorten gemessen, um die die Stickstoffdioxid-Konzentration zu schätzen.
Wer Sport macht lebt länger – trotz Abgasen
Insgesamt starben 5.534 Studien-Teilnehmer noch vor dem Jahr 2010. Weil sie zu viel Sport im Freien gemacht hatten? Keineswegs, so das Ergebnis der Forscher. Unter den Hobbysportlern gab es in diesem Zeitraum 20 Prozent weniger Sterbefälle. Eine höhere Belastung der Luft mit Stickstoffdioxid habe demnach keinen Einfluss auf das Risiko an Diabetes und Herzkreislauferkrankungen zu sterben. Die Studie zeigt auch, dass die Menschen, die früher starben, in Gebieten mit stärkerer Stickstoffoxid-Belastung gelebt hatten.
Zudem wurde festgestellt, dass Menschen, die viel mit dem Rad fahren und gärtnern und zudem in weniger stark belasteten Gebieten leben, seltener an Atemwegserkrankung sterben, als Menschen in höher belasteten Gebieten.
Sport ist der beste Schutz vor Krankheiten
Sportliche Tätigkeit ist laut der Untersuchung der beste Schutz vor sämtlichen Erkrankungen. Auch Fahrradfahren und Gärtnern senken das Risiko für Krebs, Kreislauferkrankungen, Diabetes und Atemerkrankungen Regelmäßiges Spazierengehen würde jedoch lediglich das Risiko für Atemwegserkrankungen senken.
„Luftverschmutzung wird oft als Argument gegen Sport in der Großstadt angeführt. Doch unsere Ergebnisse zeigen, dass Sport auch in Großstädten ein wichtiger Faktor ist, um modernen Gesellschaftskrankheiten wie Bewegungsmangel und Übergewicht vorzubeugen“, so Projekt-Leiterin Zorana Jovanovic Andersen. Trotzdem sei es natürlich auch in der City gesünder, sich in Parks und Grünanlagen auszupowern, weil die Luftverschmutzung dort am geringsten ist, so die Expertin.
(jto)
