Viele Halter meinen es gut, schaden ihrer Katze aber mit falschem Futter. Experten erklären, was in den Napf gehört.
Gut gemeint, schlecht gemachtExperten erklären die häufigsten Fehler am Futternapf

Ein voller Napf allein reicht nicht: Katzen brauchen eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend tierischem Eiweiß und Flüssigkeit.
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Viele Halter meinen es gut, schaden ihrer Katze aber mit falschem Futter. Experten erklären, was in den Napf gehört und was nicht.
Die Zuneigung zu einer Katze wird oft über den Futternapf ausgedrückt. Jedoch ist nicht jede gut gemeinte Gabe auch zuträglich für den sensiblen Magen der Tiere. Da Katzen von Natur aus Fleischfresser sind, stellt ihre Ernährung besondere Anforderungen.
„Ihr Futter sollte deshalb vor allem tierisches Eiweiß enthalten“, sagt Heimtier-Expertin Sabrina Karl von der Tierschutzorganisation Vier Pfoten. Es gibt einige essenzielle Nährstoffe, die Katzen nur durch den Verzehr tierischer Produkte erhalten können, zu denen Taurin, Vitamin A sowie Arachidonsäure zählen. Besonders Taurin ist für Herz, Augen, Fortpflanzung und das Immunsystem essenziell. Ein Defizit kann gravierende gesundheitliche Konsequenzen nach sich ziehen, beispielsweise für die Sehkraft.
Alleinfuttermittel als einfachste Lösung
Eine ausgewogene Ernährung lässt sich für eine Katze am unkompliziertesten durch ein hochwertiges Alleinfuttermittel sicherstellen. Dieses liefert sämtliche benötigten Nährstoffe, Vitamine sowie Mineralien. Die Nahrung muss einen hohen Proteingehalt aufweisen und arm an Kohlenhydraten sein. „Katzen können Kohlenhydrate nur begrenzt verwerten“, erklärt Karl.
Eine adäquate Versorgung mit Wasser ist ebenfalls von Bedeutung. „Katzen trinken von Natur aus oft eher wenig“, so die Expertin. Feuchtfutter ist in diesem Fall vorteilhaft, weil es bereits einen hohen Wasseranteil hat. Bei der Gabe von Trockenfutter muss man besonders darauf achten, dass die Katze genügend trinkt. Deshalb sollte immer frisches Wasser bereitstehen.
Der richtige Platz für Futter- und Wassernapf
Einige Katzen favorisieren Trinkbrunnen, während andere es vorziehen, aus mehreren in der Wohnung platzierten Wasserschalen zu trinken. Achten Sie zudem darauf, dass Futter, Wasser und die Katzentoilette nicht unmittelbar nebeneinander platziert werden sollten, da dies dem natürlichen Verhalten der Tiere widerspricht.
Manche Halter möchten die Nahrung für ihr Tier selbst herstellen. Dies birgt jedoch Risiken. „Die Tierernährung ist ein sehr komplexes Thema und die Tiere sind in Sachen Ernährung auf den Besitzer angewiesen“, warnt Moira Gerlach, Fachreferentin für Heimtiere beim Deutschen Tierschutzbund. Eine inkorrekte Zusammenstellung kann zu Nährstoffdefiziten oder -überschüssen führen. Wer selbst kochen will, sollte sich daher zwingend von Tierärzten mit dem Schwerpunkt Ernährung beraten lassen.
Menschliches Essen und Leckerlis sind oft ungeeignet
Auch bei Snacks ist Vorsicht geboten. „Wenn Leckerlis häufiger gegeben werden, sollte man sie von der Tagesration abziehen“, rät Gerlach. Als Belohnung eignet sich oft auch das reguläre Trockenfutter, welches man werfen, verstecken oder in einem Fummelbrett anbieten kann. Auf diese Weise wird die Katze gleichzeitig beschäftigt.
Auf menschliche Nahrung als Belohnung sollte man prinzipiell verzichten. Viele Speisen sind zu stark gewürzt, unverträglich oder sogar toxisch. Tabu sind unter anderem Schokolade, Zwiebeln, Knoblauch, rohes Schweinefleisch, ungekochter Fisch und stark gesalzene Speisen. Auch Milch ist für adulte Katzen ungeeignet, da viele den Milchzucker nicht vertragen und mit Durchfall reagieren.
Ernährungstrends wie BARF kritisch hinterfragen
Fütterungstrends wie das sogenannte BARF („biologisch artgerechtes rohes Futter“) sollten Sie nicht unbedacht übernehmen. Laut Vier Pfoten funktioniert diese Methode nur mit exakt geplanten und ergänzten Rationen, andernfalls drohen Mangelerscheinungen oder Überversorgungen. Zudem besteht bei rohem Fleisch die Gefahr einer Kontamination mit Keimen.
Für Karnivoren wie Katzen ist eine vegetarische oder vegane Kost besonders bedenklich. Der Deutsche Tierschutzbund empfiehlt, von einer veganen Fütterung abzusehen, weil essenzielle Nährstoffe nicht enthalten sind und belastbare Langzeitstudien fehlen. Eine ovo-lakto-vegetarische Kost ist bei einem gesunden Tier theoretisch umsetzbar, sollte aber ausschließlich unter professioneller Aufsicht durch spezialisierte Veterinäre stattfinden. (dpa/red)
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