Knochenbrühe gilt als Wundermittel, doch was ist dran am Hype? Experten klären auf, was die Brühe wirklich kann.
Hype um KnochenbrüheExperten erklären, warum die Brühe kein Wundermittel ist

Wer Knochenbrühe selbst zubereiten will, muss die Knochen stundenlang auskochen.
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Man sagt ihr nach, Energie zu spenden, die Abwehrkräfte zu kräftigen und eine wahre Bombe an Mineralstoffen zu sein: Es geht um Knochenbrühe. Das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) meldet, dass sie in den Vereinigten Staaten als Beauty-Produkt beworben wird. Doch wie viel Wahrheit steckt in diesen Zusagen?
Der Gedanke dahinter: Durch das mehrstündige Garen sollen die Bestandteile der Knochen, wie zum Beispiel Kollagen und Mineralien, in die Flüssigkeit übergehen. Insbesondere Kollagen hat in der Kosmetikbranche eine bedeutende Funktion, was zunächst hoffnungsvoll erscheint.
Fehlende wissenschaftliche Nachweise für Beauty-Wirkung
Allerdings existiert ein Haken: Das BZfE führt aus, dass Kollagen während des Kochvorgangs in Gelatine und Aminosäuren zerlegt wird. Ob der Organismus daraus erneut Kollagen synthetisieren kann, ist von zahlreichen Umständen abhängig. Es wird jedoch als äußerst unwahrscheinlich angesehen, dass das aus den Knochen stammende Kollagen in relevanten Mengen im Körper wieder erscheint. Ferner existieren hierzu keine Studien, die einen solchen Effekt bestätigen würden.
Traditionelles Mittel mit zweifelhaftem Nutzen
Obwohl die Suppe bereits in früheren Generationen als Kräftigungsmittel bei grippalen Infekten oder nach der Geburt Anwendung fand, liegen dem BZfE zufolge kaum wissenschaftlich fundierte Belege dafür vor. Es gibt zwar Indizien, dass Hühnersuppe möglicherweise eine vorteilhafte Auswirkung auf spezifische Entzündungsmarker haben könnte. Die subjektiv empfundene Besserung bei einer Erkältung lässt sich jedoch womöglich auch auf den aufsteigenden warmen Dampf und die wohltuende Wärme der Flüssigkeit zurückführen.
Die Konzentration von Mineralien wie Kalium, Kalzium, Magnesium und Phosphor ist nach Angaben des Bundeszentrums in der Suppe ebenso geringfügig. Pro Portion deckt sie weniger als fünf Prozent der täglich empfohlenen Menge. Das Resümee ist deshalb: Sie hält bei weitem nicht alle ihre Versprechungen. Trotzdem besitzt Knochenbrühe einen intensiven Geschmack und der Verzehr kann wohltuend sein.
So können Sie Knochenbrühe selbst zubereiten
Wer die Brühe eigenhändig herstellen möchte, muss die Knochen über viele Stunden kochen lassen – abhängig von der Anleitung kann dies mindestens drei oder sogar über 24 Stunden in Anspruch nehmen. Das BZfE empfiehlt, die Knochen zuerst scharf in einer Pfanne oder im Backofen anzubraten und sie anschließend mit viel Wasser sowie ein wenig Apfelessig knapp unterhalb des Siedepunkts zu erwärmen. Danach simmert die Suppe mit weiteren Bestandteilen für mehrere Stunden. Je nach Vorliebe und Rezeptur lassen sich Fleisch, Gemüse wie Zwiebeln und Suppengrün sowie Gewürze und Kräuter wie Nelken, Piment, Lorbeerblätter, Knoblauch oder Petersilie beigeben. Am Schluss kann die Brühe mit etwas Jodsalz abgeschmeckt werden.
Fertigprodukte enthalten oft viel Salz
Bei im Handel erhältlichen Fertigbrühen empfehlen Experten, den Salzanteil zu überprüfen, da dieser teilweise erheblich ist. Manche Erzeugnisse beinhalten demnach knapp drei Gramm Salz je Portion, was ungefähr der halben empfohlenen Tageshöchstmenge gleichkommt.
Überdies ist bei fertigen Brühen der Ursprung der Knochen häufig unklar. Bei einer eigenhändig gekochten Suppe verhält sich das anders – hier ist genau bekannt, was enthalten ist. (dpa/red)
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