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NRW ist Schwimm-MeisterRekord bei Abzeichen, doch DLRG warnt vor Nichtschwimmern

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Schwimmunterricht in Hannover

Die ersten Schwimmzüge fallen vielen Kindern schwer. (Symbolbild)

Die DLRG meldet einen Zuwachs bei Schwimmabzeichen, warnt aber: Viele Grundschüler können nicht sicher schwimmen.

Die Zahl der bestandenen Schwimmprüfungen steigt, dennoch schlägt die DLRG Alarm: Ein Großteil der Grundschüler ist nicht sicher im Wasser. Woran liegt das?

Im vergangenen Jahr erlernten in Deutschland so viele Menschen wie selten das Schwimmen. Laut Mitteilung der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) wurden 2025 bundesweit 96.471 Prüfungen für die Abzeichen in Bronze, Silber sowie Gold erfolgreich absolviert. Das ist ein Anstieg im Vergleich zu den 95.273 Abzeichen von 2024. DLRG-Präsidentin Ute Vogt äußerte sich dazu laut dpa: „Dieses Ergebnis haben wir in den vergangenen 20 Jahren nur einmal übertroffen“.

Wer ein Schwimmabzeichen besitzt, kann nach Auffassung der DLRG-Lebensretter sicher schwimmen. Diese Annahme trifft bereits auf das Bronze-Abzeichen zu, das auch als Freischwimmer bezeichnet wird. Im letzten Jahr wurde diese Auszeichnung 45.030 Mal verliehen, was eine geringfügige Abnahme gegenüber den 45.283 Bronze-Abzeichen des Vorjahres bedeutet. Eine zentrale Anforderung für den Freischwimmer ist nach DLRG-Angaben die Schwimmausdauer: Die Prüflinge müssen beispielsweise wenigstens 15 Minuten ununterbrochen schwimmen, ohne dabei Halt zu suchen.

Anstieg bei silbernen und goldenen Abzeichen

Die Schwimmabzeichen in Silber und Gold erfreuten sich im vergangenen Jahr größerer Beliebtheit als noch 2024. Für die goldene Auszeichnung bestanden insgesamt 20.168 Personen die Prüfung, verglichen mit 19.823 im Vorjahr. Beim silbernen Abzeichen waren es 31.280 erfolgreiche Prüfungen, gegenüber 30.167 im Jahr 2024.

Schwimmkurse für Kinder

«Wir gehen nach wie vor davon aus, dass fast 60 Prozent der Schülerinnen und Schüler am Ende der vierten Klasse nicht sicher schwimmen können.» Das sagte DLRG Präsidentin Ute Vogt. (Symbolbild)

Nordrhein-Westfalen bei Prüfungen an der Spitze

Das bevölkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen nahm bei den Abnahmen die Spitzenposition ein. Hier wurden 9.960 Bronze- (2024: 9.627), 7.126 Silber- (2024: 6.901) sowie 5.395 Gold-Abzeichen (2024: 5.049) vergeben. Zum Vergleich absolvierten in Niedersachsen im vergangenen Jahr 6.825 Menschen die Prüfung für das Bronzeabzeichen (2024: 7.740), 4.660 erhielten Silber (4.831) und 2.882 sicherten sich Gold (2.962).

DLRG warnt: Zu viele Kinder lernen nicht schwimmen

Die positiven Entwicklungen bei der Ausbildung haben jedoch eine Kehrseite. Vogt warnte: „Die Zahlen dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass insgesamt zu viele Kinder das Schwimmen nicht erlernen“. Sie fügte hinzu: „Wir gehen nach wie vor davon aus, dass fast 60 Prozent der Schülerinnen und Schüler am Ende der vierten Klasse nicht sicher schwimmen können.“ Die Dringlichkeit einer soliden Schwimmausbildung unterstreicht mit Blick auf die kommende Badesaison die Statistik zu tödlichen Badeunfällen. Wie die dpa berichtet, kamen im letzten Jahr mindestens 393 Personen bei solchen Unfällen ums Leben, was einen Rückgang um 18 Todesfälle im Vergleich zum Vorjahr darstellt.

Rückgang bei Seepferdchen-Abzeichen

Um sicher schwimmen zu lernen, müssen Kinder zunächst grundlegende Wasserfertigkeiten erwerben. Dazu zählen Gleiten, die Fähigkeit, eine Strecke von 25 Metern schwimmend zurückzulegen, sowie angstfreies Springen und Tauchen mit geöffneten Augen. Das Seepferdchen-Abzeichen bestätigt diese Kompetenzen. Die Wasserretter heben allerdings hervor, dass Eltern ihre Kinder dennoch weiterhin am und im Wasser beaufsichtigen müssen. Im Jahr 2025 wurde das Seepferdchen an 53.660 Kinder verliehen, im Vorjahr waren es 57.472. Laut DLRG liegt diese Zahl trotz der Abnahme weiterhin klar über dem 20-Jahres-Durchschnitt von circa 49.000.

Fehlende Wasserflächen und Lehrkräfte als Hauptproblem

Eine zentrale Ursache für die Schwierigkeiten ist der Mangel an verfügbaren Wasserflächen. Vogt bemängelte, dass die Sanierung der Bäder und eine bedarfsgerechte Anpassung nur schleppend vorankämen. Der Bund habe zwar erstmalig ein Förderprogramm in Höhe von 250 Millionen Euro für Schwimmbäder bereitgestellt, aber eine koordinierte Strategie von Bund, Ländern sowie Kommunen sei „weiter nicht in Sicht“. Dies hat laut DLRG-Einschätzung auch Konsequenzen für den Schulschwimmunterricht, der oft gestrichen wird. Neben Bädern in der Nähe fehle es häufig an Lehrpersonal. Vogt betonte jedoch, dass viele Schulen sich mit großem Engagement bemühen, allen Schülern das Schwimmen zu ermöglichen.

Schwimmabzeichen

Ein Erfolg: Im vergangenen Jahr wurden fast 100.000 Schwimmabzeichen ausgegeben. (Symbolbild)

Bemerkenswert ist zudem die steigende Zahl erwachsener Teilnehmer in Schwimmkursen. Die DLRG-Wasserretter registrierten im letzten Jahr bei ihren Angeboten deutschlandweit rund 350.000 Personen. Von diesen waren fast 26.000 Erwachsene, was eine erhebliche Zunahme im Vergleich zu den 18.448 erwachsenen Kursteilnehmern aus dem Jahr 2024 darstellt. (dpa/bearbeitet durch Gemini 2.5 Pro)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.