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Nach Liebesaus  „Ghosting“ - wenn der Partner einfach abtaucht

Keine Facebook-Nachrichten mehr, keine Telefonate – und erst recht keine Treffen mehr. Der kürzlich noch geliebte Mensch ist plötzlich einfach nicht mehr da.

Keine Facebook-Nachrichten mehr, keine Telefonate – und erst recht keine Treffen mehr. Der kürzlich noch geliebte Mensch ist plötzlich einfach nicht mehr da.

Das Telefon bleibt still. Keine Reaktion auf Facebook-Nachrichten. Ein Wiedersehen ist nicht in Sicht. Der eigene Partner ist nach dem Liebes-Aus verschwunden. Eine Chance, über die Gründe der Trennung zu sprechen, vielleicht im Guten auseinanderzugehen. Fehlanzeige! Beim „Ghosting“ fällt all das einfach weg.

Sean Penn ein Ghoster?

Der Begriff wurde in den USA geprägt und beschreibt das Phänomen, wenn Menschen, die man datet, sich in Luft aufzulösen scheinen. Anrufe oder Nachrichten bleiben unbeantwortet. Man hat das Gefühl, in einen Geist verliebt gewesen zu sein.

Zuletzt spekulierten US-Medien nach dem Ende der Beziehung zwischen den Hollywood-Stars Charlize Theron (39) und Sean Penn (54) über Ghosting.


„Ghosting ist eine Mischung aus sozialer Inkompetenz und Überforderung“, erklärt Bastian Roet vom Berufsverband Deutscher Soziologen.

Für Außenstehende wirke dieses Verhalten zwar häufig irrational, doch tatsächlich wiege der „Ghoster“ die Vor- und Nachteile seines Handelns sogar ziemlich genau ab. In der Regel habe er keine Lust, sich mit der anderen Person auseinanderzusetzen - und gehe einer Aussprache einfach aus dem Weg. Etwa wenn die Person sich neu verliebt oder wieder mit ihrem Ex-Partner zusammenkommt.

Soziologe Roet sieht die Gründe für das Ghosting unter anderem in einer oftmals beschleunigten Kontaktaufnahme: Lernten sich zwei Menschen etwa über eine Dating-Plattform im Netz unverbindlich kennen, sei die Hürde, die Beziehung genauso schnell und unverbindlich wieder zu beenden, geringer. Neu, so Roet, sei das Phänomen aber nicht.

„Rücksichtslos und feige“

Ob es sich um eine Trennung nach einer jahrelangen Beziehung oder nach einem kurzen Flirt handelt, spielt aus Sicht der Experten keine Rolle.

„Dieses Verhalten ist einfach nur rücksichtslos und feige“, findet die Kieler Diplom-Psychologin Svenja Lüthge. Der Verlassene frage sich, was er falsch gemacht habe, und wisse nicht woran er sei. „Das ist nicht fair, das hat niemand verdient“, meint Lüthge.

Kann man potentieller Ghoster rechtzeitig erkennen?

Tatsächlich gibt es Anzeichen, die darauf hindeuten, dass der Partner ein potenzieller Ghoster ist - etwa wenn jemand nach einem Streit wochenlang nicht spricht oder Konflikten aus dem Weg geht.

„Auf jeden Fall kann man froh sein, eine Person, die so etwas tut, los zu sein“, so Lüthge.

(Material von dpa)