Insektenhotels sollen Wildbienen helfen, doch viele Modelle sind nutzlos. Worauf es wirklich ankommt.
„Ungeeignete Billig-Modelle“Nabu erklärt, worauf es bei Insektenhotels wirklich ankommt

Insektenhotels kommen in erster Linie oberirdisch nistenden Wildbienenarten zugute, etwa der Gehörnten Mauerbiene.
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Ob in Gärten, Parks oder auf Kita-Geländen – sogenannte Insektenhotels sind weit verbreitet. Sie sollen Wildbienen unterstützen, da deren Habitate immer seltener werden. Der Nabu Landesverband Berlin merkt jedoch an, dass „ungeeignete Billig-Modelle“ das Image dieser Nisthilfen beeinträchtigen. Es stellt sich die Frage nach ihrem tatsächlichen Nutzen für den Artenschutz.
Hauptsächlich profitieren Arten von den künstlichen Bauten, die ihre Nester über der Erde anlegen, wie zum Beispiel die Rote Mauerbiene oder die Gehörnte Mauerbiene. Eine Vielzahl anderer Wildbienenarten bevorzugt jedoch andere Nistorte und nimmt solche Hilfen kaum an. Kritiker bemängeln oft, dass nur einige, sehr verbreitete Arten die Angebote annehmen. Der Nabu entgegnet darauf, dass beim Schutz gefährdeter Wildbienen jede unterstützte Spezies zählt.
Worauf es bei der Konstruktion ankommt
Laut Nabu Berlin ist eine fachgerechte Ausführung essenziell, um wirksame Brutplätze zu schaffen. Unbrauchbar sind demnach Füllmaterialien wie Tannenzapfen oder Kammern mit weiten Öffnungen. Stattdessen sollten die Bauten eine Auswahl an Röhrchen mit verschiedenen Durchmessern bereitstellen. Geeignet sind etwa saubere Bohrungen in Hartholz ohne ausgefranste Kanten. Als sinnvoll gelten zudem hohle Pflanzenstängel sowie Lehmwände, die nicht zu hart sind.
Die Brutkästen benötigen einen sonnigen Platz und eine Tiefe von wenigstens 10 Zentimetern, besser noch 15 Zentimeter oder mehr. Dies ist wichtig, da Wildbienen die Eier für weibliche Nachkommen im hinteren Bereich der Nistgänge ablegen. Aus zu kurzen Röhren schlüpfen daher fast nur Männchen. Besondere Vorsicht ist bei Varianten mit Glasröhrchen geboten, die als Sichtfenster dienen sollen: Das Material lässt keinen Wasserdampf durch, was zu Schimmelbefall an der Brut führen kann.

Insektenhotels sollten natürliche Materialien und eine Vielzahl von Röhren mit unterschiedlichen Durchmessern aufweisen.
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Weitere Unterstützung und Nahrungsangebot sind entscheidend
Für einen Großteil der in Deutschland vorkommenden Wildbienenarten – rund zwei Drittel – ist ein Insektenhotel ungeeignet, da diese im Erdreich nisten. Der Nabu Berlin rät Gartenbesitzern daher zur Schaffung von Lebensräumen in Bodennähe. Unbewachsene Bodenflächen, lichte Rasenareale oder ein speziell angelegtes Sandarium können vielen dieser Spezies als Ort für den Bau ihrer Nester dienen.
Eine adäquate Versorgung mit Nahrung ist von gleicher Bedeutung. Die Insekten sind von blühenden Gewächsen in der direkten Nachbarschaft abhängig. Dabei leisten artenreiche Blühflächen, Wiesen mit Blumen und Beete mit heimischen Wildkräutern einen wichtigen Beitrag.
Auch auf begrenztem Raum, zum Beispiel einem Balkon, lässt sich den Wildbienen bei der Futtersuche helfen. Der Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) legt nahe, hierfür auf populäre Balkonpflanzen wie Geranien und Petunien zu verzichten. Stattdessen eignen sich einheimische Wildblumen, darunter Glockenblumen, Kornblumen oder Wiesensalbei, sowie blühende Kräuter wie Borretsch, Thymian, Lavendel und Oregano. (dpa/red)
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