Ein Bäcker aus Kiel löst ein Urlaubsproblem für Hobbybäcker: Er eröffnet Deutschlands erstes Sauerteighotel.
Erstes Hotel für SauerteigKieler Bäcker bietet Betreuung für den Teig im Urlaub an

Der Kieler Bäcker David Schöne eröffnet ein kleines Hotel.
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Hobbybäcker stehen oft vor einer Herausforderung: Wohin mit dem Sauerteig in der Urlaubszeit? Eine Lösung für dieses Dilemma bietet jetzt ein Bäcker in Kiel. Am kommenden Samstag startet David Schöne in seinem Betrieb eine spezielle Unterkunft für die Teigkulturen. „Wir eröffnen Deutschlands erstes Sauerteighotel“, verkündet der Unternehmer aus Norddeutschland. Er habe nach eigenen Angaben trotz eingehender Recherche kein ähnliches Angebot in der Bundesrepublik gefunden.
Obwohl der Hotelname „The Grand Dough“ eine luxuriöse Anmutung hat, verbirgt sich dahinter eine pragmatische Einrichtung. Konkret ist es ein Regal aus Holz in der Backstube, das Kapazität für 15 Behälter mit Teig bietet. Die Kosten für eine Woche Aufenthalt belaufen sich auf 20 Euro, und für jede zusätzliche Woche werden 10 Euro berechnet.

Das Hotel ist ein Holzregal und hat Platz für 15 Sauerteige.
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Der Bäckermeister berichtet, dass ihm seine Kundschaft von Schwierigkeiten erzählte, den Sauerteig nach einer längeren Abwesenheit zu reaktivieren. „Da haben wir gedacht: Wir rühren ja jeden Tag Sauerteige ein, das wäre doch ein Leichtes für uns, das auch noch mitzumachen.“ Aus diesem Gedanken entwickelte sich das Konzept der Herberge, welches Urlaubern ermöglicht, direkt nach ihrer Heimkehr mit einem einsatzfähigen Teig loszulegen.
Pflege des Sauerteigs: Regelmäßige Fütterung ist entscheidend
Die Pflege ist unerlässlich, wie der Fachmann erläutert: „So ein Sauerteig, der muss jeden zweiten, dritten Tag ein bisschen angefrischt werden. Das heißt, man gibt wieder Mehl und Wasser dazu, lässt den bei optimalen Temperaturen und optimalen Zeiten stehen, dann reift der wieder“, so der Bäcker. Nach den Ferien entfalle somit eine erneute Startphase für den Teig. Laut Schöne ist die zunehmende Beliebtheit von Sauerteig auf eine Rückbesinnung zum Handwerk und zur Eigenproduktion zurückzuführen. „Man kann Sauerteigbrot aus Mehl, Wasser und Salz machen.“

Schöne und sein Team kümmern sich um den Sauerteig ihrer Kunden.
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Ein sorgfältig behandelter Sauerteig kann über einen sehr ausgedehnten Zeitraum verwendet werden. „Es gibt Sauerteige, die sind 50, 60 Jahre alt“, teilt Schöne mit. Diese Kultur könne man unbegrenzt fortsetzen. Aus diesem Grund wäre es bedauerlich, sollte eine über Jahre gepflegte Kultur während einer mehrwöchigen Reise verderben.
Erste Buchungen für das Teig-Hotel eingegangen
Die Idee findet bei Kundin Aisha Dallmeyer (34) Anklang. Die 34-Jährige erzählt, dass sie zu Hause einen Dinkel- sowie einen Weizen-Sauerteig besitzt. Die Dienstleistung sei für sie eine Überlegung wert. „Weil ich nicht wüsste, wer den sonst füttern würde.“ Bäcker Schöne meldet bereits erste Reservierungen für seine Unterkunft. „Wir haben von Januar bis März sogar über drei Monate einen Sauerteig, der hier einchecken wird.“ (dpa/red)
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