Missgunst im Berufsleben ist ein häufiges, doch meist verschwiegenes Thema. Eine Psychologin erläutert, wie man diese Emotion produktiv nutzen kann.
Neid auf KollegenSo nutzen Sie das Gefühl als wertvollen Hinweisgeber

Kann ich das auch schaffen? Neid kann im Arbeitsleben als Ansporn dienen.
Copyright: Christin Klose/dpa Themendienst/dpa-tmn
Im Berufsalltag erleben zahlreiche Personen dieses Gefühl: Missgunst gegenüber einem Mitarbeiter oder einer Mitarbeiterin. In der Regel wird diese Empfindung aber nicht nach außen getragen. Die Befürchtung, als unkonstruktiv wahrgenommen zu werden und die Zusammenarbeit in der Gruppe zu stören, ist zu präsent.
Ein reflektierter Umgang mit Missgunst kann jedoch vorteilhafte Auswirkungen haben, wie die dpa meldet. „Das Neidgefühl sollte man keinesfalls verteufeln, sondern als einen wertvollen Hinweisgeber wahrnehmen“, sagt die Wirtschaftspsychologin Saskia Bülow. Laut Bülow deutet Missgunst auf nicht erfüllte Sehnsüchte und Begehren hin und kann als Anreiz dienen, sich persönlich weiterzuentwickeln und Fortschritte zu erzielen.
Die eigene Missgunst analysieren und als Chance begreifen
Um die Ursachen der Missgunst zu ergründen, ist eine Selbstreflexion notwendig. Zentral ist dabei die Überlegung, was die Emotion konkret hervorruft. Handelt es sich um die Bezahlung, die Wertschätzung oder den beruflichen Triumph einer anderen Person? Und welche Bedeutung haben diese Faktoren für die persönliche Karriereplanung? Eine solche innere Bestandsaufnahme unterstützt dabei, die eigenen Ambitionen deutlicher zu identifizieren und strategisch zu verfolgen.
Zuweilen offenbart sich aber auch eine andere Facette der Missgunst: Wenn man bemerkt, dass man einer anderen Person den Triumph missgönnt, empfiehlt es sich, die Gründe hierfür zu untersuchen. „Oft liegt dem ein Gefühl von Unterlegenheit oder Ungerechtigkeit zugrunde“, erklärt Bülow. Personen, die sich minderwertig vorkommen, können überlegen, auf welche Weise sich dieser Zustand ändern lässt, beispielsweise durch berufliche Fortbildung oder das Setzen neuer beruflicher Wegmarken.
Bei empfundener Benachteiligung den Dialog initiieren
Falls die Beförderung eines Kollegen oder die Würdigung eines Teammitglieds als ungerecht wahrgenommen wird, ist Handeln gefragt. „Konstruktiv das Gespräch mit der Führungskraft suchen“, rät Bülow. Der Fokus sollte dabei auf der persönlichen Weiterentwicklung liegen: Welche Schritte sind für mein berufliches Fortkommen notwendig? Wie erhalte ich die Chance auf das kommende Vorhaben?
Wer passiv verharrt, geht nicht nur das Risiko dauerhafter Unzufriedenheit ein. Diese Untätigkeit stellt eine Belastung für die seelische Verfassung dar und kann auf lange Sicht das Betriebsklima in der Gruppe beeinträchtigen. (red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.