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Bei Aldi, Lidl, KauflandWie die Produkte der Markenhersteller bei Discountern heißen

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Sowohl bei Aldi als auch bei Lidl werden einige Produkte unter anderem Namen verkauft, die von bekannten Herstellern stammen. 

Köln – Im Discounter einzukaufen ist meist viel günstiger als im normalen Supermarkt. Manchmal bekommt man sogar die gleiche Ware. Denn eigene Firmen verkaufen ihre Markenprodukte beim Discounter unter einem anderen Namen. Wir verraten, wie Sie diese Produkte erkennen. 

Manche Firmen verkaufen ihre Produkte bei Discountern unter anderem Namen. Oft, aber nicht immer, ist die Handelsmarke identisch mit dem Original. Einige Produkte stammen zwar aus demselben Haus, haben aber leicht abweichende Rezepturen, beziehungsweise werden mit günstigeren Zutaten hergestellt. Bei Molkereiprodukten zeigen sich die größten Unterschiede: Beispielsweise wird ein Markenmilchreis mit Vollmilch zubereitet, wohingegen das Gegenstück – vom gleichen Hersteller – mit Magermilch und Sahne produziert wird. Teilweise wird auch nur Magermilchpulver statt Mager- oder Vollmilch verwendet. Auch der Anteil an Früchten im Fruchtjoghurt, an Fett in der Frischmilch oder an Fleischware in Feinkostsalaten ist beim Markenprodukt häufig höher als beim No-Name-Gegenstück.

Die Nummern auf der Verpackung sind entscheidend

Erkennen können Sie Markenprodukte vor allem bei tierischen Produkten über Nummern. Über die sogenannte Veterinärnummer lässt sich die Herkunft von Fleisch, Geflügel und Fisch sowie Milch ermitteln. Auch Eier müssen einen eindeutigen Herkunftsnachweis haben. Zu welchen Herstellern die Nummern führen, können Sie in der Liste „Wer zu wem“ unter „Hersteller enttarnen“ nachsehen. In der Liste sind viele No-Name-Produkte aus verschiedenen Supermärkten und ihre Hersteller aufgeführt.

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Grundsätzlich hilft bei vielen Produkten ein Vergleich der Herstelleradresse auf der Verpackung. Hier finden sich oft Anhaltspunkte wie gleicher Ort oder Hinweise auf Tochterfirmen. Oft helfen eine Internetrecherche oder ein Blick ins Handelsregister. Firmen, die auf der Verpackung nur ein Postfach angegeben haben, müssen hier mit voller Adresse auftauchen. Interessant ist auch das Markenregister. Sofern es sich nicht um eine Eigenmarke des Händlers handelt, nutzen die Hersteller für die No-Name-Produkte oft eine unbekannte Zweit- oder Drittmarke. Einen Einblick in die verschiedenen Register finden Sie ebenfalls auf der Liste „Wer zu wem“.

Hier ein paar Beispiele aus Discountern, bei denen Eigenmarken von Markenherstellern stammen:

Aldi:

• Biscotto Schoko-Waffeln Vollmilch = Waffelgebäck Vollmilch von Bahlsen

• Goldähren Zwieback = Der Markenzwieback von Brandt

• Scholetta Mini Schoko Küsse = Dickmann’s von Storck

• Sonniger O-Saft = Hohes C von Eckes-Granini

Lidl:

• Dulano Delikatess Leberwurst = Delikatess Leberwurst von Herta

• Favorini Naepolitaner = Manner Naepolitaner Schnitten

• Gold Advocaat Eierlikör = Verpoorten Eierlikör

• Grafschafter Buttertoast = Golden Toast Buttertoast

• Lord Nelson Tea Pfefferminze = Teekanne Tee Minze

Kaufland:

• K-Classic Gouda am Stück = Frico Gouda mittelalt

• K-Classic Nudelsalat = Homann Feinkost Nudelsalat

• K-Classic Ravioli Bolognese = Maggi Ravioli in Tomatensauce

Rewe und Real verkaufen auch Markenware als Eigenprodukte

Auch die Eigenmarken von Rewe und Real stammen teilweise von Markenherstellern. So ist der „Gutes Land Frischkäse“ bei Real nichts anderes als der bekannte Brunch Frischkäse, der „real Quality Espresso“ ist der „Caffè Latte Espresso“ der Emmi AG und der „real Quality Sahne Joghurt mild Himbeere“ der „Feinjoghurt Himbeere“ von Mövenpick. Bei Rewe stammen die „Rewe Beste Wahl Tortellini Spinat Ricotta“ von der Steinhaus GmbH, die „Ja! Erdnüsse geröstet und gesalzen“ von Ültje und der „Ja! Balkan Käse“ wird in anderen Supermärkten als „Patros natur“ verkauft.

KiK, Vileda, Nutella: Was hinter den Markennamen wirklich steckt

Was Haribo bedeutet, weiß jedes Kind: Hans Riegel Bonn. Der Süßigkeiten-Gigant ist nach seinem Gründer und Firmensitz benannt. Das ist nicht bei jeder Marke so einfach. Oder wussten Sie, was Katjes, KiK, Milka und Nivea bedeuten?

Um einen Namen zu einer bekannten Marke zu machen, braucht es viel Kreativität, denn es gibt einfach schon so viele Marken. Das Patent- und Markenamt hat im Jahr 2020 etwa 84.600 Markenanmeldungen gezählt. Zum Vergleich: 2019 waren es noch knapp 78.800, schreibt das Manager Magazin. Eine neue Marke brauche heute einen Namen, der bei den potenziellen Kunden direkt etwas Positives auslöst und den sie im Internet leicht finden können, erklärt Tobias Langner, Inhaber des Lehrstuhls für Marketing mit Schwerpunkt Markenmanagement an der Universität Wuppertal im Artikel. Ein guter Markenname sollte einfach, sprechend und differenzierend sein. Ob das auch die Gründer der schon bekannten Namen bedacht haben? Hier finden Sie eine Übersicht beliebter Markennamen und ihre Bedeutung.

Abkürzungen: Hanuta, SAP, Milka

Viele Namen sind einfach Abkürzungen. Hanuta steht für „Haselnusstafel“, SAP für „Systeme, Anwendungen, Produkte“, Milka für „Milch-Kakao“, Rewe für „Revisionsverband der Westkauf-Genossenschaften“, KiK für „Kunde ist König“ und O.B. für „ohne Binde“.

H&M sind die Anfangsbuchstaben der Gründer Hennes und Mauritz. Der Sportwarenhersteller Adidas setzt sich aus einer Abkürzung des Firmengründer-Namens Adi Dassler zusammen. Aldi ist bekannt als Abkürzung von Albrecht Discount, den die Gebrüder Albrecht 1946 in Essen gründeten. Edeka ist die deutlich praktischere Kurzform für „Einkaufsgenossenschaft der Kolonialwarenhändler im Halleschen Torbezirk zu Berlin“. Der Name des Logistikkonzerns DHL setzt sich aus den Anfangsbuchstaben der Gründer Adrian Dalsey, Larry Hillblom und Robert Lynn zusammen. 

Übersetzungen: Bifi, Miracoli, Nivea

Einige Markennamen sind aus anderen Sprachen übersetzt oder an die fremden Wörter angelehnt. Bifi spricht man wie das englische Wort „beefy“ aus, das von dem Wort beef stammt und Rindfleisch bedeutet. Katjes sind auf Niederländisch kleine Katzen, deshalb findet man sie auch im Logo der gleichnamigen Süßigkeiten.

Hier hat wohl die Nähe zur niederländischen Grenze eine Rolle gespielt: Firmensitz ist Emmerich am Niederrhein. Die Baumarktkette Obi kam zu ihrem Namen als Anlehnung an die Aussprache des französischen Wortes Hobby. Der Name Miracoli ist der Plural des italienischen Wortes „miracolo“ und bedeutet Wunder, Nivea kommt von der lateinischen Bezeichnung „nivis“ für Schnee. Die Automarke Fiat ist ein Akronym aus „Fabbrica Italiana Automobili Torino“. Übersetzt bedeutet die Bezeichnung „Italienische Automobilfabrik Turin“. Auch Lego ist eine Abkürzung der Übersetzung von „leg godt“, dänisch für „spiel gut“. 

Mischformen: Nutella, Vileda, Trigema

Oft sind Markennamen auch Mischungen aus Namen von Gründern, Orten oder Inhaltsstoffen. So steht Ikea für den Firmengründer „Ingvar Kamprad aus Elmtaryd bei Agunnaryd“, BMW sind die „Bayerischen Motorenwerke“ und Trigema ist die „Trikotwarenfabrik Gebrüder Mayer“. Der Markenname Persil setzt sich aus den zwei Hauptbestandteilen zusammen: Natriumperborat und Natriumsilikat. Der Name der Hustenbonbons Em-eukal steht für Menthol und Eukalyptusöl. Weil Meukal zu medizinisch geklungen hätte, setzten die Gründer einfach lautschrift-ähnlich ein E voran.

Nutella ist ein Fantasiewort des Erfinders Pietro Ferrero und setzt sich aus dem englischen Begriff „nut“ für Nuss und der italienischen Verkleinerungsform „ella“ zusammen. Vileda passt nicht ganz in diese Kategorie, ist aber trotzdem interessant. Das 1948 gegründete Unternehmen spezialisierte sich auf die Herstellung von synthetischem Leder. Damals der wichtigste Verkaufsartikel: Ein Tuch zur Fensterreinigung aus Vliesstoff und Kautschuk, das sich „wie Leder“ anfühlen sollte. Der Markenname „Vileda“ geht darauf zurück. 

Neue Namen: Twix, Karstadt und Sky

Die Älteren wissen natürlich noch, dass Twix in Deutschland früher Raider hieß und in den 1990er-Jahren umbenannt wurde, um den Markennamen international zu vereinheitlichen. Galeria Karstadt Kaufhof war früher die KarstadtQuelle AG und der Bezahlsender Sky hieß bis 2009 Premiere.

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