Viele stechen Eier vor dem Garen an, um Risse zu vermeiden. Fachleute halten das für überflüssig und raten zu einer anderen Methode.
Der große Eier-IrrtumExpertin erklärt, warum Anpieksen und Abschrecken Mythen sind

Mythos oder Wahrheit: Das Anstechen von Eiern vor dem Kochen soll das Platzen verhindern, doch wissenschaftlich bewiesen ist diese Methode nicht.
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Eier kochen: Der Mythos vom Anpieksen und was wirklich hilft. Über viele Jahre hinweg war es eine feste Gewohnheit in Küchen: Eier wurden vor dem Garen mit einem kleinen Stich versehen, um ein Aufplatzen zu verhindern. Für diesen Zweck existieren spezielle Vorrichtungen, bei denen eine Nadel durch leichten Druck die Eierschale perforiert.
Der Gedanke dabei ist, dass sich die Luft im Inneren beim Erwärmen ausdehnt und durch die Öffnung entweichen kann, was Risse in der Schale vermeiden soll. Doch diese Annahme ist nicht haltbar, wie die Nachrichtenagentur dpa meldet. Daniela Krehl, eine Fachfrau für Ernährung bei der Verbraucherzentrale Bayern, stellt klar: „Obwohl vermutlich die meisten das Ei anpieksen, ist es tatsächlich gar nicht nötig. Es gibt keinen Beleg dafür, dass das Anpieksen wirklich verhindert, dass das Ei platzt“.
Temperaturdifferenz als Hauptursache für Risse
Vielmehr spiele die Temperatur die entscheidende Rolle. „Wenn ich ein eiskaltes Ei aus dem Kühlschrank ins kochende Wasser gebe, ist der Temperaturunterschied ziemlich groß und die Schale kann eher reißen.“ Der Ratschlag von Krehl für die tägliche Praxis ist deshalb, die Eier einige Zeit vor der Zubereitung aus der Kühlung zu nehmen. Anschließend sollten sie behutsam mit einem Löffel in das siedende Wasser gelegt werden. Auf diese Weise wird der thermische Schock reduziert und die Schale bleibt intakt, auch ohne vorheriges Anstechen.
Die Gardauer richtet sich anschließend nach der gewünschten Konsistenz des Eigelbs. Eine Orientierungshilfe der Verbraucherzentrale besagt: Ein wachsweiches Ergebnis wird nach ungefähr sechs Minuten erreicht, während es nach circa zehn Minuten komplett durchgegart ist.
Ein weiterer verbreiteter Glaube betrifft das Abschrecken. Angeblich lässt sich die Schale durch ein Bad in kaltem Wasser nach dem Garen leichter entfernen. Auch hierbei handelt es sich um eine Legende. Die Pellbarkeit eines Eis hängt nicht von dieser Prozedur ab, sondern wird durch sein Alter bestimmt. Die Verbraucherzentrale Brandenburg erläutert dazu: „Wenn die Schale schlecht abgeht, sind die Eier nur wenige Tage jung. Ältere Eier lassen sich leichter pellen, weil die dünne Haut um das Eiklar herum mit der Zeit elastischer wird“.
Abschrecken kann Haltbarkeit negativ beeinflussen
Das Eintauchen in kaltes Wasser ist lediglich dann zweckmäßig, wenn der Garvorgang bei einem weichgekochten Ei unmittelbar gestoppt werden soll.
Werden gekochte Eier jedoch zur Aufbewahrung vorgesehen, beispielsweise als gefärbte Ostereier, wirkt sich das Abschrecken nachteilig aus. Laut Daniela Krehl kann der abrupte Temperaturwechsel zu feinen Rissen in der Schale führen. Man sollte daher auf das Anstechen und das Abkühlen mit kaltem Wasser verzichten. Durch solche winzigen Beschädigungen können Keime und Bakterien in das Ei eindringen.
Stattdessen ist es ratsam, die Eier langsam bei Raumtemperatur erkalten zu lassen und sie anschließend im Kühlschrank zu lagern. Bei einer Temperatur im Bereich von 2 bis 6 Grad Celsius bleiben sie optimal geschützt und erstaunlich lange frisch. Krehl gibt die Haltbarkeit mit „Bis zu 4 Wochen“ an. (red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.
