Online kursieren Behauptungen über gepanschten Treibstoff, der Motoren beschädigen soll. Experten und Verbände nehmen nun Stellung zu den Vorwürfen.
Gepanschter Sprit im TankExperten bewerten Gerüchte im Netz als falsch

Im Netz verbreiten sich Falschbehauptungen über angeblich gestreckten Kraftstoff. (Archivbild)
Copyright: Alain Jocard/AFP/dpa
Die gestiegenen Kosten für Kraftstoff verärgern viele Fahrzeugführer. In sozialen Medien verschärft sich die Debatte, wo die These aufgestellt wird, dass an deutschen Zapfsäulen nur noch Treibstoff von schlechterer Qualität oder verdünntes Benzin und Diesel angeboten werde. Die Konsequenz sei eine reduzierte Fahrleistung und im schlimmsten Fall könnten Schäden am Motor die Folge sein. Aus diesem Grund hätten bereits Tausende von Autos in die Werkstatt gemusst.
Allerdings existieren für diese Anschuldigungen keinerlei Beweise. „Wir haben keine Fälle vorliegen, bei denen es den Verdacht gibt, dass Kraftstoff gestreckt wurde“, erklärt der ADAC auf eine Anfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Ebenso liegen dem Bundesverband Freier Tankstellen und Unabhängiger Deutscher Mineralölhändler (bft) nach Aussage von Hauptgeschäftsführer Daniel Kaddik „keinerlei Erkenntnisse über gestreckte Kraftstoffe an deutschen Tankstellen vor“.
Keine Beweise laut ADAC und Branchenverband
Der Automobilclub ADAC repräsentiert circa 22 Millionen Mitglieder. Auch der bft, zu dem laut eigenen Informationen über 2.800 Tankstellen zählen, registriert keine Zunahme von Fahrzeugschäden, die sich auf Treibstoff von geringerer Qualität zurückführen ließen, wie die dpa meldet.
Hauptsächlich werden diese Anschuldigungen von Influencern auf Kanälen wie TikTok und YouTube verbreitet. In Videobeiträgen, die teilweise zehntausende Male angesehen werden, wird die Güte von Benzin und Diesel infrage gestellt. Äußerungen wie „Ich habe das Gefühl, dass Diesel gestreckt wird“ oder „Was tun die ins Benzin rein?“ entbehren dabei einer faktischen Grundlage. In den Kommentarspalten schreiben Nutzer über vermeintlich verschnittenen Treibstoff, weswegen eine Tankfüllung angeblich lediglich für ein Drittel der normalen Distanz ausreichen soll.

Kraftstoffe werden entlang der gesamten Lieferkette umfassend kontrolliert. (Archivbild)
Copyright: Fabian Sommer/dpa
Staatliche Überwachung der Spritqualität in NRW
In der Bundesrepublik obliegt die Überprüfung von Treibstoffen den jeweiligen Bundesländern. So ist beispielsweise in Nordrhein-Westfalen das Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr mit der fachlichen Aufsicht betraut. Jedes Jahr werden dort etwa 200 Stichproben an öffentlich zugänglichen Zapfsäulen genommen. „Bei den bisher ausgewerteten Proben in diesem Jahr liegen uns keine Hinweise auf Manipulationen vor“, sagte ein Sprecher der dpa. Die Entnahme der Proben erfolgt durch die Immissionsschutzbehörden der Kreise sowie der kreisfreien Städte, woraufhin ein spezialisiertes Labor sie auf eine Vielzahl von Parametern analysiert.
Keine Anzeichen für Manipulationen finden sich ebenso in weiteren Bundesländern. So meldete das zuständige Landesamt für Umwelt in Bayern, dass bei der letzten Kontrollaktion im Februar nichts Ungewöhnliches entdeckt wurde. Gleichermaßen sind dem verantwortlichen Landesamt in Brandenburg weder Erkenntnisse noch Klagen bezüglich verdünnten Treibstoffs bekannt.

Influencer streuen Zweifel an der Qualität der Kraftstoffe. (Archivbild)
Copyright: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa
Branchenverband: Manipulationen „äußerst unwahrscheinlich“
Der Verband bft stuft die Behauptungen in sozialen Medien als „unbegründet und irreführend“ ein. Diese würden Konsumenten verunsichern und basierten nicht auf nachprüfbaren Tatsachen. In Deutschland gelten für Treibstoffe wie Diesel, E5 und E10 strikte gesetzliche Vorgaben, deren Einhaltung über die komplette Lieferkette hinweg überwacht wird. Aufgrund geschlossener Logistikketten, stetiger Überprüfungen und beträchtlicher finanzieller sowie strafrechtlicher Konsequenzen seien Manipulationen in der Realität so gut wie ausgeschlossen. (red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.