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Wachablösung beim KaffeeNeuer Report: Vollautomat holt die Filtermaschine fast ein

5 min
Kaffee

Ein Cappuccino kostet in Deutschland im Schnitt 3,57 Euro - und damit 10 Cent mehr als im vergangenen Jahr.

Ein neuer Report zeigt die Kaffeegewohnheiten der Deutschen: Vollautomaten holen auf und das Getränk wird zum Luxusgut.

Der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch von Kaffee in Deutschland beläuft sich auf circa 160 Liter. Das Heißgetränk erfreut sich trotz erhöhter Kosten weiterhin großer Popularität. Welche Motivationen haben Kaffeekonsumenten und wie sehen ihre Gewohnheiten aus?

Aufschluss darüber gibt der aktuelle Kaffeereport, eine Kooperation von Tchibo, dem Magazin «Brand Eins» und der Statistik-Plattform Statista. Eine repräsentative Erhebung ist Teil des Berichts. Statista hat hierfür im Januar 1.500 Kaffeekonsumenten im Alter von 18 bis 75 Jahren online interviewt. Es folgt eine Zusammenfassung der Ergebnisse.

Täglicher Konsum übersteigt drei Tassen

Durchschnittlich werden in Deutschland 3,2 Tassen Kaffee pro Tag konsumiert. In der Altersgruppe der 56- bis 65-Jährigen liegt der Wert bei 3,6, während er bei den 18- bis 21-Jährigen 2,3 beträgt. Männer konsumieren mit 3,4 Tassen etwas mehr als Frauen mit 3,0. Beinahe jeder zwölfte Befragte trinkt pro Tag über fünf Tassen. Für zwei Drittel ist ein Leben ohne das Getränk unvorstellbar. Dieser Anteil ist bei Frauen mit 72 Prozent geringfügig ausgeprägter als bei Männern mit 62 Prozent. Laut eigenen Angaben können 18 Prozent zu jeder Tageszeit Kaffee zu sich nehmen.

Vollautomaten fast gleichauf mit Filtermaschinen

An der Spitze der beliebtesten Zubereitungsarten steht Filterkaffee mit 47 Prozent. Danach folgen Caffè Crema (38 Prozent), Cappuccino (34 Prozent) sowie Latte Macchiato (26 Prozent). Die letztgenannte Variante wird von Frauen signifikant häufiger bevorzugt als von Männern.

Eine Veränderung bei den genutzten Geräten zeichnet sich ab: Eine Filterkaffeemaschine wird von 43 Prozent genutzt, während 42 Prozent auf einen Vollautomaten setzen. Es zeigen sich erhebliche regionale Differenzen. In Ostdeutschland erreicht die Filterkaffeemaschine einen Anteil von 55 Prozent, wogegen es im Süden nur 35 Prozent sind. Die Popularität des Vollautomaten nimmt seit Jahren zu. Im Jahr 2015 lag sein Anteil bei lediglich 19 Prozent, während die Filtermaschine damals 72 Prozent erreichte.

Laut Tchibo-Sprecherin Karina Schneider ist dieser Wandel nicht ausschließlich mit Komfort zu erklären. Auch die Tendenz, ganze Bohnen zu verwenden, die frische Zubereitung und ein achtsamerer Umgang mit dem Kaffee spielen eine Rolle. Laut Statista sind für Verbraucher bei der Anschaffung eines Geräts besonders eine unkomplizierte Reinigung, leichte Handhabung und eine hohe Lebensdauer entscheidend.

Kaffee als Luxusartikel

Für zahlreiche Verbraucher ist ein ausreichender Kaffeebestand von Bedeutung. Eine Reserve von ein bis drei Packungen halten 63 Prozent vorrätig, jeder Sechste sogar eine größere Menge. Wenn Kaffee preisreduziert ist, legen sich 85 Prozent gezielt einen Vorrat an. Lediglich vier Prozent tätigen ihre Einkäufe ohne Berücksichtigung von Sonderangeboten.

Die Bevorratung hängt vermutlich auch mit den erheblich erhöhten Kaffeepreisen der letzten Jahre zusammen. Ursächlich hierfür waren gestiegene Rohstoffkosten durch Dürreperioden und geringe Ernteerträge. Daten des Statistischen Bundesamtes zeigen, dass Bohnenkaffee im April 2026 durchschnittlich 57 Prozent teurer war als im Jahr 2020. Zwar haben große Einzelhändler die Kosten für ihre Eigenmarken kürzlich leicht reduziert, Kaffee bleibt aber spürbar kostspieliger als vor einigen Jahren. Dem Marktforschungsunternehmen YouGov zufolge wählen Konsumenten aus diesem Grund häufiger die preiswerteren Eigenmarken.

Kaffee stellt für beinahe die Hälfte der Umfrageteilnehmer (47 Prozent) inzwischen einen Luxusartikel dar. Dem stimmen 22 Prozent nicht zu. Etwa ein Drittel (31 Prozent) ist unentschlossen, gibt jedoch an, mittlerweile vermehrt auf die Kosten zu achten.

Preisbereitschaft für ein Kilogramm Kaffee

Etwas mehr als ein Drittel (35 Prozent) zeigt sich bereit, für ein Kilogramm zwischen 10 und 12,99 Euro zu zahlen. 26 Prozent würden einen Preis von 13 bis 15,99 Euro akzeptieren, während 12 Prozent 16 bis 19,99 Euro ausgeben würden. Ein Fünftel (21 Prozent) setzt die Obergrenze bei 9,99 Euro. Nur 7 Prozent wären bereit, einen höheren Betrag zu zahlen, davon ein Prozent sogar mehr als 40 Euro je Kilo. Jedoch geben fast 40 Prozent an, ihren Kaffeekonsum auch bei Preisen fortzusetzen, die über ihrer persönlichen Präferenz liegen.

Laut Statista sind für Konsumenten bei der Kaufentscheidung insbesondere der Geschmack, günstige Kosten, die Sorte der Kaffeebohnen und der Hersteller von Bedeutung.

Preisliche Obergrenze für einen Espresso

Die preisliche Obergrenze für einen Espresso in der Gastronomie beträgt 4,50 Euro. Bei einem höheren Preis würden 46 Prozent darauf verzichten. Für die Altersgruppe der 66- bis 75-Jährigen befindet sich diese Grenze bei 4 Euro, während sie bei den 18- bis 21-Jährigen bei 5 Euro liegt.

Die Kosten variieren innerhalb der Europäischen Union erheblich. Gemäß der Datenbank Numbeo beträgt der Durchschnittspreis für einen Cappuccino in einem italienischen Restaurant 1,74 Euro, in Dänemark jedoch 5,65 Euro. In Schweden und Finnland liegt der Preis bei 4,37 Euro. Mit 3,57 Euro positioniert sich Deutschland im oberen Mittelfeld. Die Preise sind in beinahe allen 27 Mitgliedsstaaten der EU höher als im Jahr 2025.

Wünsche an die Welt des Kaffees

Die Teilnehmenden der Erhebung wurden gefragt: «Wenn Sie eine Sache verändern könnten – was wäre Ihnen beim Kaffee am wichtigsten?». Die Resultate zeigen: 20 Prozent möchten, dass Kaffee generell preiswerter wird. Jeweils 16 Prozent sprechen sich für günstigere Preise für nachhaltig produzierten Kaffee sowie für verbesserte Arbeitsverhältnisse in den Anbauregionen aus. Höhere Einkommen für Kaffeebauern werden von 11 Prozent gefordert, während 10 Prozent einen besseren Geschmack und eine höhere Qualität anstreben.

Spezielle Präferenzen und Ausweichmöglichkeiten

Hat das Trinkgefäß einen Einfluss auf den Geschmack des Kaffees? Für drei Viertel der Umfrageteilnehmer ist der Genuss aus der persönlichen Lieblingstasse von Bedeutung. 20 Prozent äußern sogar, dass der Kaffee ohne diese nicht wie gewohnt schmeckt. Nur für 11 Prozent spielt die Tasse keine Rolle.

Welche Alternative wird gewählt, falls kein Kaffee verfügbar ist? 51 Prozent würden Tee wählen, 32 Prozent Wasser, 22 Prozent Kakao oder heiße Schokolade und 20 Prozent Cola oder andere koffeinhaltige Erfrischungsgetränke.

Lieferservice ans Bett oder Koffein in Pillenform?

Lediglich rund ein Drittel (32 Prozent) würde einen Lieferservice in Anspruch nehmen, um sich morgens Kaffee direkt ans Bett liefern zu lassen. Zur Verkostung eines von künstlicher Intelligenz kreierten Kaffees wären 36 Prozent bereit. Einen im Labor produzierten, nicht natürlich gewachsenen Kaffee würden 20 Prozent konsumieren. Der Verzicht auf das Getränk zugunsten einer Koffeinaufnahme per Tablette ist für 15 Prozent eine denkbare Option.

In der Altersgruppe der 18- bis 35-Jährigen äußert dies mehr als jede dritte Person. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.