Eine Umfrage zeigt: Zwei Drittel der Deutschen bevorzugen die Kasse mit Personal statt der SB-Kasse. Die Gründe dafür.
Klassische Kasse siegtZwei Drittel der Kunden bevorzugen Personal an der Kasse

Klassische Kassen erfreuen sich trotz oft längerer Wartezeiten weiterhin großer Beliebtheit. (Symbolbild)
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Trotz des Vormarschs von SB-Kassen bleibt die bediente Kasse für zwei Drittel der Kunden die erste Wahl. Eine Umfrage zeigt die Gründe dafür.
In deutschen Supermärkten und Discountern, auch in Köln und der Region, stehen Einkäufer oft vor einer Entscheidung am Ende ihres Einkaufs. Obwohl Selbstbedienungskassen immer häufiger anzutreffen sind, favorisiert eine klare Mehrheit weiterhin die traditionelle, mit Personal besetzte Variante. Dies geht aus einer repräsentativen Erhebung des Instituts Kantar hervor, wonach 67 Prozent diese Option präferieren. Im Gegensatz dazu nutzen 33 Prozent lieber die Möglichkeit, ihre Artikel eigenständig zu scannen. Für die Online-Studie hat Kantar im Zeitraum vom 4. bis 8. Juni etwa 1.000 Personen im Alter von 16 bis 64 Jahren in Deutschland befragt.
Die Motive für diese Präferenz sind unterschiedlich. Für 42 Prozent der Befürworter von bedienten Kassen ist die menschliche Interaktion angenehmer als die mit einem Automaten. Die Macht der Gewohnheit stellt für 40 Prozent einen wichtigen Faktor dar. Da die Bezahlung mit Bargeld an den meisten Selbstbedienungs-Terminals nicht angeboten wird, ist dies für 39 Prozent ein ausschlaggebendes Argument. Weitere 28 Prozent geben an, dass der Scanvorgang durch Personal schneller vonstattengeht. Weniger häufig wurden Sorgen vor Anwendungsfehlern (21 Prozent) oder ein Gefühl der Überforderung (16 Prozent) als Gründe angeführt, wobei die Teilnehmenden mehrere Antworten geben konnten.
Selbstbedienung für mehr Kontrolle und Geschwindigkeit
Im Gegensatz dazu favorisiert laut der Erhebung ein Drittel der Befragten die SB-Kassen. Aus dieser Gruppe führen 56 Prozent an, dass sie so ihr persönliches Tempo wählen und den Zeitdruck reduzieren können. Für 51 Prozent sind kürzere Schlangen und damit verbundene geringere Wartezeiten das Hauptargument. Das eigenständige Scannen bereitet 38 Prozent mehr Freude. Zudem legen 33 Prozent Wert auf die direkte Kontrolle, ob Preise und Produktmengen richtig verbucht werden.
Laut der Kantar-Marktforscherin Stefanie Exel fehle es vielen Menschen noch an Vertrautheit mit den SB-Kassen. Diese Einschätzung treffe ebenso auf die jüngeren Generationen zu. Exel prognostiziert, eine umfassendere Akzeptanz werde sich «nicht automatisch einspielen». Unterstützung durch Personal an den Geräten könne jedoch anfängliche Unsicherheiten überbrücken, bis die Handhabung zur Gewohnheit wird.
Menschen im Alter von 16 bis 44 Jahren begegnen den SB-Kassen laut der Umfrage prinzipiell aufgeschlossener. Im Gegensatz dazu ist bei der Altersgruppe der 55- bis 64-Jährigen eine wesentlich stärkere Präferenz für traditionelle Kassen festzustellen. Hier favorisieren 87 Prozent die bediente Variante, während nur 13 Prozent die Selbstbedienungsoption wählen. Exel vermutet, dass dieser Anteil bei noch älteren Konsumenten wahrscheinlich weiter ansteigt.
Handel reagiert mit SB-Systemen auf Personalmangel
Der deutsche Einzelhandel forciert den Einsatz von Kassensystemen, bei denen die Kundschaft ihre Artikel eigenhändig erfasst. Eine Schätzung des Handelsforschungsinstituts EHI beziffert die aktuelle Ausstattung auf circa 50.000 SB-Kassen in ungefähr 12.500 Filialen. Insbesondere im Lebensmitteleinzelhandel und in Drogeriemärkten wurde die Infrastruktur massiv erweitert. Als einer der wesentlichen Treiber für diese Entwicklung gilt die angespannte Personallage des Sektors.
Frank Horst, ein Experte des EHI, berichtet, dass täglich zwischen 1,5 und 2 Millionen Personen in Deutschland SB-Kassen verwenden. Diese würden besonders für Einkäufe mit geringem Umfang bevorzugt. Für umfangreichere Warenkörbe, die 30, 40 oder mehr Produkte enthalten, seien sie jedoch nicht so bequem. (dpa/red)
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