KreditwürdigkeitSo entsteht ein Schufa-Score und so kann man ihn verbessern

Lesezeit 1 Minute
Schufa Symbolbild (1)

Die Schufa bewertet die Kreditwürdigkeit von Verbrauchern und Unternehmen.

Köln – Über den Namen „Schufa“ stolpern viele bei der Wohnungssuche. Denn Vermieter oder Makler fragen öfter nach einer Auskunft, um die Bonität der künftigen Vertragspartner einschätzen zu können. Aber auch bei der Eröffnung eines neuen Bankkontos oder der Aufnahme eines Kredits kann eine Schufa-Auskunft ins Spiel kommen. Doch was die Schufa genau macht, welche Informationen sie über Verbraucherinnen und Verbraucher speichert und woher sie die bekommt, wissen wohl die wenigsten. Das liegt auch daran, dass die private Wirtschaftsauskunftei bislang relativ intransparent mit ihrer Arbeit war. Das soll sich nun ändern. Wir erklären, wie die Schufa genau vorgeht, wie man seine eigene Bewertung grob testen und auch, wie man sie verbessern kann.

Was genau ist die Schufa?

Die Schufa Holding AG (früher: „Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung“) hilft ihren Vertragspartnern, die Kreditwürdigkeit (auch Bonität genannt) von Verbraucherinnen und Verbrauchern, aber auch von Unternehmen zu bewerten. Das ist zum Beispiel wichtig für ein Geldinstitut, wenn es vor der Entscheidung steht, einen Kredit zu vergeben und dessen Zinsen zu bestimmen. Auch bei Bestellungen auf Rechnung fragen Händler in der Regel zunächst bei der Schufa nach, ob Kundinnen und Kunden auch kreditfähig sind. 

Was weiß die Schufa über mich?

Zunächst besitzt die Schufa einige Basis-Daten. Dazu gehören Name, Geburtsdatum und -ort sowie die Anschrift. Und den persönlichen Score, der die Kreditwürdigkeit darstellt. Dieser berechnet sich aus Daten, die der Schufa infolge von Zahlungen und anderen Geldgeschäften übermittelt werden: Mahnungen und drohende Zahlungsausfälle zählen genauso dazu wie die Zahl der Kreditkarten und Leasingverträge, Konten im Onlinehandel und im Versand, Ratenkredite und Bürgschaften. Anhand dieses Scores können Unternehmen beurteilen, ob und zu welchen Konditionen sie einen Vertrag abschließen.

Nach eigenen Angaben nutzt die Schufa keine Informationen unter anderem zum Einkommen, Vermögen, Alter und Geschlecht sowie im Grundsatz auch nicht zur Wohngegend. Adressdaten würden lediglich verwendet, wenn ein Onlinehändler im Einzelfall eine Anfrage zu einem Kunden stelle, über den sonst keine Schufa-Daten vorlägen. Das betreffe etwa 0,3 Prozent der Fälle.

Wie kommt die Schufa an meine Daten?

Die gesammelten Daten bekommt die Schufa von ihren Vertragspartnern wie Banken, Onlinehändlern oder Leasing-Anbietern. Dies passiert zum Beispiel bei Anfragen. Prüft ein Geldinstitut die Bonität eines Kunden vor der Kreditvergabe, sendet es eine Anfrage an die Schufa, die diese Daten wiederum verarbeitet. Auch bei vielen Abwicklungen im Zahlungsverkehr werden Daten weitergegeben. Informationen bezieht die Schufa zudem aus öffentlichen Registern wie Schuldnerverzeichnissen.

Was macht die Schufa mit meinen Daten? Wie berechnet die Schufa meinen Score?

So sammelt die Schufa über die Zeit eine ganze Reihe an Zahlungsdaten, aus denen letztendlich der aus mehreren Einzelwerten bestehende persönliche Score berechnet wird. Dabei wird unterschieden zwischen dem Branchenscore und dem Basisscore.

Was ist der Branchenscore?

Der Branchenscore berücksichtigt Faktoren, die speziell auf die Bedürfnisse einer Branche zugeschnitten sind. So hat der Elektronikfachmarkt bei einem Kauf auf Rechnung andere Ansprüche an seine Kunden als eine Bank, die einen Kredit vergibt. Die Schufa gibt folgendes Beispiel: „Immobilienkredite werden statistisch gesehen mit einer höheren Wahrscheinlichkeit zurückbezahlt als Raten für den Handyvertrag.“

Was ist der Basisscore?

Der Basisscore richtet sich hingegen an diejenigen, deren Daten die Schufa sammelt. Mit ihm kann die eigene Bonität branchenunabhängig eingeschätzt werden. Angegeben wird der Basisscore in Prozenten, die die Frage beantworten, wie wahrscheinlich es statistisch ist, dass die Person einen Kredit bekommt. Bei mehr als 95 Prozent ist der Basisscore laut Schufa gut. Zwischen 90 und 95 Prozent ist das Risiko eines Zahlungsausfalls aus Sicht der Schufa zufriedenstellend bis erhöht, darunter erhöht bis hoch und sehr kritisch.

Der Basisscore hilft allerdings lediglich dabei, die Einschätzung der Schufa für sich selbst zu erfahren. Er wird nicht an Unternehmen oder andere Vertragspartner weitergegeben. Ohnehin betont die Schufa, dass jeder Anbieter für sich selbst bewerte, „ob und unter welchen Bedingungen er ein Geschäft abschließen will.“ Zudem würden oft auch noch eigene Daten genutzt. „Deshalb können wir nicht sagen, bei welchem Schufa-Score ein Geschäft zustande kommt.“

Wie stuft die Schufa mich ein? Wie kann ich herausfinden, was die Schufa über mich weiß?

Um herauszufinden, wie die Schufa Verbraucherinnen und Verbraucher einschätzt, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Zum einen die Selbstauskunft: Diese ist einmal pro Jahr kostenlos möglich und auf der Website der Schufa unter dem Begriff Datenkopie zu finden.

Auf der anderen Seite gibt es die Bonitätsauskunft. Das ist die Auskunft, die auch beispielsweise Vermietende von Mieterinnen und Mietern verlangen. Laut Schufa ist dieser Nachweis der Bonität fälschungssicher. Allerdings ist er, anders als die jährliche Selbstauskunft, nicht umsonst. Er kostet 29,95 Euro.

Wie will die Schufa transparenter werden?

Wer kein Geld bezahlen möchte, kann also nur einmal pro Jahr erfahren, wie die Schufa die eigene Bonität einschätzt. Zudem ist die Zusammensetzung der Scores intransparent. Daran möchte die Schufa nun etwas ändern. Und zwar mit dem Score-Simulator, der auf der Website der Auskunftei zu finden ist. Der Simulator ist ein vereinfachtes Modell des Basisscores.

„Dadurch wird das Scoring-Prinzip der Schufa erstmals nachvollziehbar“, sagt Vorstandschefin Tanja Birkholz. „Wir wollen, dass Verbraucherinnen und Verbraucher verstehen, was wir tun.“ Der kostenlose Simulator berechne zwar keinen tatsächlichen Score, komme dem aber sehr nahe, so Birkholz. Abgefragt werden in dem Simulator sieben verschiedene Merkmale, die die Kreditwürdigkeit beeinflussen. Dazu zählen unter anderem das Girokonto, Kreditkarten, Ratenkredite oder Online-Käufe auf Rechnung.

Wie kann ich meine Schufa-Bewertung verbessern?

Es ist offensichtlich: Wer Rechnungen und Raten immer pünktlich bezahlt, legt grundsätzlich schonmal eine gute Basis für einen guten Score. Auch den Kreditrahmen, zum Beispiel bei einem Dispokredit, sollte man einhalten, schreibt die Schufa. Das Überziehen eines Kontos oder der Besitz von mehreren Kredit- und Girokarten verschlechtert den Score dagegen. Wer ungenutzte Zahlkarten besitzt, sollte diese kündigen.

Das könnte Sie auch interessieren:

Wirklich proaktiv lässt sich der Score aktuell allerdings nicht verbessern. Laut eigener Aussage arbeitet die Schufa hier an Lösungen für die Zukunft. „Wenn Sie wünschen, können Sie uns dann zum Beispiel zusätzliche Informationen zu Ihrer Bonität einreichen“, schreibt sie.

Kann ich einen negativen Schufa-Eintrag löschen lassen?

Wenn Zahlungen oder Rechnungen bei der Schufa falsch gespeichert sind, ist das Unternehmen, das die Daten an die Schufa weitergegeben hat, der Ansprechpartner. Wurde jedoch berechtigterweise ein negativer Schufa-Eintrag vermerkt, müssen alle offenen Rechnungen beglichen sein, um diesen Eintrag löschen zu lassen. Das muss natürlich belegt werden, weshalb das Aufheben von Zahlungsbelegen wichtig ist. (mit dpa)

Nachtmodus
Rundschau abonnieren