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Im Vergleich zu KölnWas Anwohnerparken in Brühl, Berlin oder Stockholm kostet

Lesezeit 4 Minuten
In einem Autofenster hängt ein Anwohnerparkausweis für das Belgische Viertel in Köln

Parken mit Anwohnerparkausweis im Belgischen Viertel

In Köln könnte der Parkausweis für Anwohner bald 600 Euro kosten. Wie gehen andere Kommunen mit dem Reizthema Parkgebühren um? Ein Überblick.

Rund acht Cent am Tag– so viel zahlen Autobesitzer aktuell noch für einen Anwohnerparkplatz in Köln. Seit dem Herbst letzten Jahres wird allerdings über eine drastische Erhöhung der Gebühren diskutiert. Spekuliert wird darüber, dass Anwohner künftig bis zu 600 Euro jährlich statt wie bisher 30 Euro für den Parkausweis zahlen könnten. Das Ratsbündnis aus Grünen, CDU und Volt will das Thema aber wohl erst im nächsten Jahr angehen.

Parkgebühren sind nicht nur in Köln eines der größten verkehrspolitischen Reizthemen – spätestens seit 2020 wird das Thema bundesweit heiß diskutiert. Denn vor drei Jahren kippte der Bund eine seit 1993 unveränderte Regelung, die die Parkgebühren bundesweit auf maximal 30,70 Euro pro Jahr deckelte. In Nordrhein-Westfalen können die Kommunen seit Februar 2022 ihre Gebühren selbst festlegen.

Seitdem sind die Parkgebühren für Anwohner bundesweit gestiegen oder werden zumindest diskutiert. Auf der einen Seite sprechen vor allem Umweltverbände wie die Deutsche Umwelthilfe von der Notwendigkeit höherer Preise im Zeichen der Verkehrswende. Auf der anderen Seite wird beispielsweise vor zusätzlichen Belastungen für diejenigen gewarnt, die auf das Auto angewiesen sind. Worauf haben sich die Nachbarn geeinigt? Wo ist das Parken für Anwohner am teuersten? Und wie steht Köln im regionalen, bundesweiten und internationalen Vergleich da? Ein Überblick:

Regionaler Vergleich: Düsseldorf bald an der Spitze

Viele Kommunen in der Umgebung halten so wie Köln aktuell noch an der Obergrenze von rund 30 Euro fest, so etwa Leverkusen oder Bergisch Gladbach. Zumindest in Leverkusen wird aber über eine Erhöhung der Gebühren diskutiert. Die Klimaliste schlug zuletzt vor, die Gebühren schrittweise bis 2025 auf 260 Euro im Jahr zu erhöhen.

In Bergisch Gladbach dagegen deutet nichts auf höhere Preise beim Parken hin. Offiziell gibt es dort nämlich gar keine Anwohnerparkgebühren. Nur in seltenen Fällen braucht man eine „Park-Ausnahmegenehmigung für Anwohnende“, die für 30,70 Euro Verwaltungsgebühr im Jahr zu haben ist.

In Euskirchen zahlt man als Anwohner dagegen mittlerweile 60 Euro für einen Parkausweis, in Brühl sind es sogar 141,10 Euro. Ganz vorne bei den Preisen im Rheinland liegen aber Bonn und Düsseldorf. Ab Oktober zahlt man in Düsseldorf 360 Euro, in Bonn sind es aktuell 180 Euro, ab 2024 liegt man bei den Gebühren mit den Düsseldorfern dann gleichauf.

Nationaler Vergleich: Billig Parken in Berlin

Im nationalen Vergleich der vier größten Städte liegt aktuell Hamburg vorne. Dort hat der Senat die Preise vor kurzem auf 65 Euro im Jahr angehoben. In München zahlt man weiterhin 30 Euro – bisher gibt es dort auch keine Anzeichen dafür, dass sich das bald ändert. Nach Informationen des „Merkur“ will man es dort wegen der „aktuellen Belastungen der Bürger durch die allgemeinen Preissteigerungen, die hohen Energiepreise und die anhaltend hohe Inflation“ auch in Zukunft bei den 30 Euro im Jahr belassen.

Besonders günstig ist das Parken für Anwohner in der Hauptstadt. Dort kostet der Parkausweis nur 10,20 Euro im Jahr. Zwar stand vor der Wiederholungwahl am 12. Februar eine Erhöhung auf 120 Euro im Raum, doch das Projekt wurde erstmal auf Eis gelegt. Die Wahlgewinner von der CDU hatten vor der Wahl mehrfach erklärt, dass sie die Preise nicht erhöhen wollen. Somit bleibt Berlin wohl vorerst günstig.

Richtig teuer wird es dagegen in Baden-Württemberg, vor allem in Freiburg. Je nach Standort und Größe des Autos können im Extremfall 480 Euro im Jahr anfallen, damit ist die Stadt im Breisgau die teuerste Stadt in Sachen Anwohnerparken.

Internationaler Vergleich: Bis zu 1200 Euro in Stockholm

Schaut man in andere europäische Großstädte, wird klar, dass man in so gut wie allen deutschen Städten aktuell noch vergleichsweise wenig für den Parkausweis zahlt. In Wien liegt der Preis bei 120 Euro, in Amsterdam zahlt man in der Spitze 535 Euro. Mit Abstand am teuersten wird es in Stockholm. Im Stadtkern um die Altstadt Gamla Stan sowie im Großteil des weiteren Stadtgebietes kostet ein Parkausweis umgerechnet rund 1200 Euro. Wenn die Kölner zukünftig tatsächlich 600 Euro für das Parken zahlen müssten, wäre man davon aber nicht mehr allzu weit entfernt. 

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