AUS DEM KREIS. Durchschnittlich 16 Arbeitstage dauert es, beim Kreis ein gewerbliches Bauvorhaben entschieden zu bekommen - vorausgesetzt, der Bauantrag ist vollständig und alle erforderlichen Unterlagen liegen bei.
Damit unterschreitet der Kreis sein selbst gestecktes Serviceziel von 40 Tagen (Arbeits- nicht Kalendertage) deutlich. Möglich gemacht hat das nicht nur die Selbstverpflichtung der Kreisbauverwaltung im Rahmen der TÜV-Zertifizierung zur mittel-standsorientierten Verwaltung, sondern auch, dass alle weiteren mit einem Bauantrag befassten Behörden sich diesem Ziel verschrieben haben.
Seit gestern sind auch die 13 oberbergischen Städte und Gemeinden mit im Boot (siehe Bericht unten). Dass gewerbliche Bauvorhaben Vorrang haben, ist eine Direktive von Landrat Hagen Jobi, der Arbeitsplätzen und Wirtschaftsförderung Priorität einräumt.
Einfamilienhausbau
auf einem Tiefststand
Die durchschnittliche Bearbeitungsdauer aller im vergangenen Jahr eingereichten 1369 Bauanträge betrug 47 Arbeitstage. Insgesamt blieb die Zahl der 2007 beantragten Bauvorhaben nahezu konstant (-6), was hauptsächlich an den 328 gewerblichen Bauvorhaben (24%) und 93 großen Sonderbauten (6,8%) liegt.
Die Anzahl der Wohnbauvorhaben in Ein- oder Mehrfamilienhäuser ist dagegen auf unter 30 Prozent auf einen Tiefststand gesunken, berichtete Kreisbauamtsleiterin Gabriele Keil-Riegert im Bauausschuss.
Die meisten Bauanträge kamen aus Engelskirchen (235), gefolgt von Lindlar (177) und Reichshof (173). Im Mittelfeld lagen Waldbröl (158), Marienheide (153) Bergneustadt (138) und Nümbrecht (132). Hückeswagen (113) und Morsbach (90) waren die antragsschwächsten Gemeinden. Gummersbach, Wiehl, Wipperfürth und Radevormwald haben eigene Baugenehmigungsbehörden. Sie liegen nicht in der Zuständigkeit des Kreis und fehlen deshalb in den Statistiken des Kreisbauamts.
Im ersten Quartal 2008 wurden bislang 321 Bauanträge gestellt (Vorjahr: 332). Davon entfielen 87 Anträge auf gewerbliche Vorhaben und 22 auf große Sonderbauten wie Schulen oder große Betriebsgebäude. Von den 87 Anträgen wurden bereits 44 genehmigt - mit einer durchschnittlichen Bearbeitungsdauer von 14 Tagen.