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16-Jährige von vier Jungen vergewaltigt

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Berlin/Kempten - Eine Woche nach der Vergewaltigung eines 16Jahre alten Mädchens in Berlin durch vier Jugendliche dauern diekomplizierten Ermittlungen der Polizei an. Wie ein Polizeisprecher amMontag mitteilte, untersucht das Landeskriminalamt unter anderem, obdie Verdächtigen die Tat mit einem Video-Handy gefilmt haben. DieNachforschungen seien auch deshalb schwierig, weil es zu der Tatkeine Zeugen gebe. Unterdessen beschäftigt der spektakuläre Fall vonGewalt- und Pornovideos in Bayern weiter die Justiz.

Die Berliner Tat hatte sich am vergangenen Montag imCharlottenburger Jungfernheidepark ereignet. Wie die Polizeiberichtete, war das Mädchen gegen 17.00 Uhr auf dem Weg nach Hausedurch die Grünanlage gelaufen. Dort sei es zunächst von fünfJugendlichen angesprochen worden. Vier von ihnen im Alter zwischen 13und 15 Jahren fielen dann über die 16-Jährige her und vergewaltigtensie. Das Mädchen rief seine Mutter zur Hilfe und wurde in einKrankenhaus gebracht. Von dort aus wurde die Polizei verständigt.

Die aus Kreuzberg, Reinickendorf, Schöneberg und Charlottenburgstammenden Täter wurden nach ihrer Vernehmung wieder entlassen. "Esgab keine Haftgründe", sagte der Polizeisprecher. "Deshalb musstenwir sie wieder auf freien Fuß setzen. Der 13-Jährige ist ohnehin nochnicht strafmündig." Der Leiter der Schule, die die Tatverdächtigenbesuchen, berichtete unterdessen im Fernsehen, dass die Jugendlichenvorerst vom Unterricht suspendiert seien.

Weitere Ermittlungen wegen Gewalt- und Pornovideos in Bayern: Dortwurden nach den Anklagen gegen ein 14-jähriges Mädchen und einen 15-jährigen Jungen aus Immenstadt inzwischen weitere Anklagen erwartet.Der zuständige Kemptener Staatsanwalt will die Ermittlungen gegenfünf weitere Schüler "in ein paar Tagen" abschließen. Bis auf zweiSchüler hätten alle Verdächtigen die Taten gestanden, sagteStaatsanwalt Christoph Ebert am Montag der dpa. "Die meisten habenein Unrechtsbewusstsein, dass sie eine Grenze überschritten haben."Die Schüler müssen sich vor dem Jugendgericht verantworten und mitErziehungsmaßnahmen rechnen.

An der Hauptschule Immenstadt hatte es Anfang März erstmals inBayern eine Handy-Razzia bei Schülern gegeben. Dabei waren mehr als200 Mobiltelefone beschlagnahmt worden. Auf 16 Schülerhandys fand diePolizei harte Porno- und Gewaltvideos sowie Tierpornosequenzen. Tagespäter wurden auch in einer Schule in Kaufbeuren Gewaltdarstellungenauf Schüler-Handys entdeckt.

Der Rektor der Schule in Immenstadt hatte die Polizeieingeschaltet, nachdem sich die Mutter eines Schülers an dieSchulleitung gewandt hatte. Die strafbaren Videos waren in den Pausenund der Umgebung der Schule unter den Schülern ausgetauscht worden.Die Staatsregierung beschloss daraufhin ein Handy-Nutzungsverbot anBayerns Schulen.(dpa)