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„24 Stunden“ dauerten 7 Wochen

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Als Johann Schmalzgrüber von der 24-Stunden-Baugenehmigung las, war er sicher, dass sein Plan genau ins städtische Schema passte. Schmalzgrüber wollte eine kleine Dachterrasse von sechs Quadratmetern vor die Dachgeschosswohnung seines Hauses in Dellbrück bauen. Das dürfte problemlos sein, dachte er sich, denn die Dachterrasse konnte auf den Eisenbetonboden der 2. Etage gesetzt werden, der schon 1960 beim Bau des Mehrfamilienhauses nach außen gezogen worden war. Also gab er seinen Bauantrag am 30. August ab.

Neun Tage später erreicht den Bauherrn in spe die Bestätigung: Der Antrag auf „Errichtung einer gartenseitigen Dachterrasse“ sei eingegangen und werde geprüft. Am 26. September teilte ihm die Bauaufsicht mit, dass der Antrag nicht genehmigungsfähig sei, „da ein Verstoß gegen folgende Vorschriften besteht“.

Der Verstoß bestand darin, dass der Lageplan im falschen Maßstab und das Bauantragsformular veraltet war. Außerdem fehlte die notwendige Zustimmung der Nachbarn. Innerhalb eines Tages reichte Schmalzgrüber die Einverständniserklärung nach. Ganz nebenbei erfuhr er dann, dass seine Sachbearbeiterin nun zehn Tage in Urlaub sei. Auf seine Frage, ob seinen Antrag nicht ein anderer bearbeiten könne, hieß es: „Nee, dann dauert das noch länger, der müsste sich ja erst einarbeiten.“ Am 20. Oktober - sieben Wochen nach Beantragung der 24-Stunden-Baugenehmigung - hatte Schmalzgrüber endlich die Baugenehmigung in den Händen. Ende November waren der neue Zugang und die Dachterrasse bis auf das Geländer fertig. Schmalzgrüber flog zum Urlaub auf die Kanaren.

Als er nach Weihnachten zurück kam, dachte er, alles sei in bester Ordnung. Bis er einen Brief der Stadt öffnete, der ihm - datiert vom 5. Dezember - mitteilte, er dürfe mit dem Bau, der ja inzwischen fast fertig war, nicht beginnen. Da war von „Anhörung nach § 28 Verwaltungsverfahrensgesetz“ die Rede und von „zwangsweiser Stilllegung“. „Es ist der Ton, der mich aufregt“, versichert Schmalzgrüber. Er rief bei der Bauaufsicht an, „da bin ich ausgerastet“. Plötzlich, lobt Schmalzgrüber, ging es auch anders: „Da war ein wirklich netter Mitarbeiter, der hat gesagt, wenn alles fertig ist, seh ich mir das an. Ein paar Tage später war dann die Abnahme - Mitte Januar war die Sache erledigt.“