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32 SchornsteinfegerSchwarze Männer traten zur „Ehrenschicht“ an

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BAD MÜNSTEREIFEL / MECHERNICH – 32 Schornsteinfeger in ihrer traditionellen Uniform boten gestern in der Mechernicher Gaststätte „Holzheim“ ein tolles Bild. Die Kaminkehrer waren aus dem ganzen Kreis Euskirchen, aber auch aus Aachen, Köln und Düren angereist, um die „Ehrenschicht“ für Andreas Pätzold und Torsten Trenz anzutreten. Die beiden Bezirksschornsteinfeger hatten zu Jahresbeginn die Kehrbezirke Mechernich und Bad Münstereifel übernommen. Es ist Tradition, dass die Kollegen der Nachbarbezirke an einem Tag die Arbeit für den neuen Bezirksschornsteinfeger - die so genannte Ehrenschicht - übernehmen. „Früher griff man mit der ,Ehrenschicht in Not geratenen Kollegen unter die Arme. Heute möchte man so den Einstieg im neuen Kehrbezirk erleichtern“, erklärte Trenz. Abends feiere man dann gemeinsam. „Es ist einfach ein schöner Brauch, da man so die Gelegenheit zu geselligen Treffen hat“, sagt Pätzold. Und die Geselligkeit gehört eindeutig zum Beruf des Schornsteinfegers. „Der Kundenkontakt ist immer gegeben und dank der relativ freien Zeiteinteilung hat man auch immer Zeit für einen netten Plausch“, sagt der 41-jährige Pätzold. Bevor er den Münstereifeler Kehrbezirk von Siegfried Adams übernommen hat, war er 14 Jahre lang Mitarbeiter von Obermeister Hans Dieter Eschweiler im Kommerner Kehrbezirk. Jetzt kehrt der gebürtige Effelsberger wieder in seine alte Heimatgemeinde zurück. „Das war schon ein Wunsch von mir. Und die Menschen sind hier wirklich ganz toll und unkompliziert“, sagt Pätzold. Zusammen mit seinen Mitarbeitern, Schornsteinfegermeister André Schiffer und Azubi Sascha Kublank, hält er jetzt die Feuerungsanlagen in der Kurstadt in Ordnung.

Der Sötenicher Torsten Trenz übernahm den Mechernicher Kehrbezirk von Rolf Frings. Dem 39-Jährigen kam dabei das neue europäische Auswahlverfahren zu Gute. „Man erhält Punkte für seine Dienstjahre, aber auch für Weiterbildungen. So konnte ich schon mit 38 Jahren einen Kehrbezirk übernehmen.“ Normalerweise würde man nicht vor 40 Bezirksschornsteinfegermeister.

In Nöthen wimmelte es

von rußigen Gesellen

In seiner 23-jährigen Karriere als Schornsteinfeger hat Trenz auch schon einige erstaunliche Dinge in Kaminen entdeckt. „Einmal haben wir einen toten Igel im Kamin gefunden. Da konnte sich keiner erklären, wie der da rein gekommen ist.“ Noch mysteriöser war ein Knochenfund. „Ich habe rund zehn Kilo Knochen in einem Kamin entdeckt. Da habe ich dann zuerst die Polizei verständigt, da nicht zu erkennen war, ob es sich um menschliche oder tierische Knochen handelte“, berichtet der Sötenicher. Es stellte sich aber heraus, dass es sich um Schweineknochen handelte, die ein Hausbewohner im Kamin entsorgt hatte.

Zum Frühstück der „Ehrenschicht“ waren auch Mechernichs Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick sowie Vertreter der Polizei und Feuerwehr und Klaus Billenwillms von der Ordnungsbehörde des Kreises Euskirchen gekommen.

Danach ging es für die Schornsteinfeger an die Arbeit. In Nöthen und Gilsdorf übernahm jeder Bezirksschornsteinfegermeister mit seinen Mitarbeitern ein paar Heizungen und Kamine. So stolperten die Bewohner der beiden Orte gestern alle Nase lang über einen der rußigen Männer, die für Pätzold und Trenz die Arbeit verrichteten.

Auch Obermeister Hans-Dieter Eschweiler trat mit seinem Azubi Peter Dück in der Ehrenschicht an. „Die ,Ehrenschicht gehört zu unserem Handwerk dazu“, sagte Eschweiler gut gelaunt.