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60er-Jahre-BauDen Kamin vom Putz befreit

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Durch das "Panoramafenster" haben die Bewohner einen umfassenden Blick in den Garten. (Bild: Denzer & Poensgen)

EIFELLAND – Irgendetwas stimmte nicht mit dem Haus. Klar, es war ein 60er-Jahre-Bau im Bungalow-Stil - eine Bauweise, die sicherlich nicht jedem zusagt. Doch das war es nicht. Irgendetwas stimmte einfach nicht, als sich die Marmagener Architekten Andrea Denzer und Georg Poensgen im Jahr 2008 des Hauses annahmen.

„Das Haus war zweimal leicht umgebaut worden. Ein paar Türen waren versetzt und insgesamt war die Inneneinrichtung etwas verniedlicht“, sagt Poensgen. Ein Paar, das das Haus kaufen und umbauen wollte, war auf das Architekten-Duo zugekommen. Es begann ein Prozess, in dem sich Denzer, die auch Innenarchitektin ist, und Poensgen vor allem mit dem Bestand auseinandersetzten. Sie fanden Lösungen, die in die Tat umgesetzt und nun sogar mit einem Preis ausgezeichnet wurden. Beim bundesweiten Wettbewerb „Das Goldene Haus 2010“ der Zeitschrift „Das Haus“ wurde dem Umbau unter mehr als 170 bundesweit eingereichten Projekten einer von drei Hauptpreisen zugesprochen.

„Natürlich fühlt man sich durch solch einen Preis in seiner Arbeit bestätigt“, sagt Georg Poensgen. Im Vorfeld des Umbau-Projekts hätten sich er und seine Frau intensiv mit dem auseinander gesetzt, was der Ort, das Haus hergebe. Die Pläne des Architekten, der das Haus einmal ersonnen hatte, existierten noch. Die Marmagener sahen ihre Aufgabe nun darin, das Wohnhaus zwar in seinem ursprünglichen, architektonischen Ausdruck wieder herzustellen, aber andererseits den Anforderungen der heutigen Zeit gerecht zu werden. „Hierzu war es notwendig, Zimmer, Korridore und Terrassierungen eindeutig zuzuordnen“, sagt Poensgen. Eine der zentralen Änderungen sei das Freilegen des Kamins gewesen. Als die Bauherrin den Putz beseitigt hatte, kam dort wieder die wunderschön Grauwacke aus Schuld zum Vorschein. „Ein ortstypisches Material“, wie Poensgen sagt. Dieses Naturstein-Element wurde schließlich umrahmt von „neutralen“ Decken und Wänden in weiß. Der Boden wurde angepasst, setzt sich nun durch seine Farbgestaltung ab und fasst die verschiedenen Bereiche im Haus zusammen.

Denn die Architekten haben die Raumfolge im Innern geändert. „Dort war es uns wichtig, den öffentlichen vom privaten Bereich eindeutig zu trennen und zu markieren“, sagt Georg Poensgen. Zudem sei der Eingang so verlegt worden, dass vom Zufahrtsbereich der Weg nun eindeutig nach innen ablesbar sei. Ein weiterer größerer Eingriff: Die ursprünglichen Brüstungsfenster vor dem Wohnbereich wurden entfernt und mit einem fast rahmenlosen „Panoramafenster“ zum Garten hin vergrößert. Das schafft ein räumliches Zusammenspiel zwischen Wohnraum und Garten, der sicherlich einen Blick wert ist. Den können Besucher beim Tag der Architektur am Sonntag zwischen 14 und 18 Uhr (siehe Kasten unten) werfen - und sich selbst einen Eindruck verschaffen, ob jetzt wieder alles stimmt mit dem Haus.