HÜRTH. Unter großer Anteilnahme wurde am Dienstag der Karnevalist Adam Kranz auf dem Friedhof in Berrenrath zu Grabe getragen. Kranz, der mit kariertem Hut, Fliege und Nickelbrille als Reporter vum Buure Blättche die Jecken im Rheinland zum Lachen gebracht hatte, war vergangene Woche im Alter von 62 Jahren an einer Krebserkrankung gestorben.
Pfarrvikar Achim Knopp hielt vor über 500 Trauergästen in der Pfarrkirche St. Wendelinus, darunter zahlreiche Weggefährten des Verstorbenen aus dem Karneval, die Exequien. Seiner Predigt stellte der Geistliche die Worte Gott ist unser Weg. Der Weg ist mein Ziel voran; Adam Kranz selbst hatte sie kurz vor seinem Tod an seine Angehörigen gerichtet.
Schon als Schüler hatte der gebürtige Alt-Hürther, der zuletzt lange in Berrenrath lebte, in der Bütt gestanden. So richtig in Schwung kam seine närrische Karriere vor 50 Jahren nach einem Vorstellabend für karnevalistische Nachwuchskräfte im früheren Saal Steinfeld. Damals hatte er die meisten Lacher auf seiner Seite - und so sollte es viele Jahrzehnte lang bleiben.
Lange Zeit sprach Kranz als Ne Buure Soldat aus der Bütt zu den Jecken im gesamten Rheinland. Schließlich schulte er Ende der 1980er Jahre um zum Reporter. Im Kölner Karneval war er eine feste Größe. In seiner Wahlheimat Berrenrath, wo er in diesem Jahr sein 50-jähriges Bühnenjubiläum feiern konnte, führte Adam Kranz lange Jahre den Karnevalsumzug an Weiberfastnacht an.
Einmal wechselte der Karnevalist noch die Rolle, da litt er schon unter seiner schweren Erkrankung, von der er sich aber nicht unterkriegen lassen wollte. In der Session 2006 / 07 hatte der Reporter Pause, stattdessen erfüllte sich Adam Kranz einen Lebenstraum und regierte für die Prinzengarde Rot-Weiß - eine der vielen Gesellschaften, die ihn zum Ehrenmitglied gemacht hatten - als Prinz Adam II. die Jecken in Alt-Hürth. Diese Verpflichtung war zehn Jahre zuvor stilecht auf einem Bierdeckel besiegelt worden; damals war seine Frau Marianne Prinzessin in Berrenrath. (aen)