HENNEF. Der Geistinger Abtshof wird zum Wohngebiet. Ein bundesweit tätiges Immobilien-Unternehmen aus Köln und der Landschaftsverband Rheinland, der bis 1996 auf dem weitläufigen Gelände ein Jugendheim betrieben hat, sind handelseinig. Der Investor drückt auf die Tube, sagte Jürgen Forstreuter vom LVR gestern der Rundschau. Nach dem Verkaufsbeschluss der politischen Gremien rechnet der Abteilungsleiter Liegenschaften in Kürze mit der Vertragsunterzeichnung. Über den Preis für das 75 000 Quadratmeter große Areal oberhalb der vom Bildungsverein Vesbe genutzten Gebäude sei Stillschweigen vereinbart worden.
Kindergärten gehen
an Caritas oder Stadt
In ihrer Veranstaltung Was tut sich in Geistingen? ließ die CDU am Mittwochabend die Katze aus dem Sack. An Ort und Stelle, nämlich in der alten Klosterkirche, die in Abstimmung mit dem Denkmalschutz zum exklusiven Wellness-Center umgebaut wird, sollten die Geistinger das Neueste erfahren. Doch kehrten einige schon nach wenigen Minuten wieder heim, denn im ehemaligen Sakralbau war es nicht nur kalt, sondern standen auch zu wenig Stühle und war mangels Lautsprecheranlage kaum etwas zu verstehen. Später linderte ein Megaphon die ärgerliche Panne.
In Sachen Klosterumbau gab es nichts Neues, außer dass 98 Prozent der 51 Wohnungen bereits verkauft sind, wie Architektin Yvette Malek berichtete. Zweites Thema waren die katholischen Kindergärten. Die Kirche werde die Einrichtungen in Stoßdorf und im Sand (Hans-Böckler-Straße) aufgeben, klärte Stadtverordneter Bernhard Schmitz auf. Die Stadt sei mit der Caritas zwecks Übernahme der Trägerschaft samt Personal im Gespräch. Sollte es keine positive Rückmeldung geben, wird die Stadt beide Kindergärten übernehmen, kündigte Bürgermeister Klaus Pipke an.
Ungewiss ist derweil, ob der Kindergarten im Sand an diesem Standort verbleibt. Möglich ist ein Umzug in die Kapelle des Abtshofes. Die bleibt nach den Plänen der Firma Alia, die auch im Kloster tätig ist und zurzeit den Hennefer Bahnhof umbaut, bestehen, während über Turnhalle und Hallenbad die Abrissbirne schwebt. Nicht abgebrochen werden die alten Gruppenhäuser, in denen Eigentumswohnungen entstehen, wie auch die Bungalows auf dem Gelände saniert werden. An dem Sportplatz am oberen Ende des Hangs haben die Fußballschule und der Hennefer Turnverein Interesse bekundet. Dort, so Pipke, sei eine private Lösung denkbar.
Geistinger skeptisch
wegen des Verkehrs
Schließlich plant Alia-Chef Ulrich Schwarz den Bau von 17 Einfamilien- und 22 Doppelhäusern. Summa summarum entstünden maximal 130 bis 140 Wohneinheiten, versicherte der Bürgermeister. Er sei froh, dass ein Investor gefunden sei, der diese Forderung der Stadt umsetze. Mehrfach habe es Interessenten gegeben, die den Abtshof mit 250 Wohneinheiten zupflastern wollten. Dennoch herrscht bei den Geistingern Skepsis wegen der höheren Verkehrsbelastung. In Alt-Geistingen bekomme man ein Problem, prophezeite der ehemalige Beigeordnete Dietmar Meis. Positiv wurde die Bebauung des Abtshofs beurteilt, weil das Gelände im Laufe der Zeit zur Müllkippe verkommen sei.