Königswinter – Verstreute Akten zur Wiedergutmachung von nationalsozialistischem Unrecht sollen künftig durch einen einheitlichen digitalen Zugang der Forschung bereitgestellt werden. Das „Themenportal Wiedergutmachung” werde 100 Kilometer Aktenmaterial zusammenführen, teilte das Bundesfinanzministerium am Mittwoch in Königswinter bei Bonn anlässlich der Unterzeichnung einer Rahmenvereinbarung zu dem Portal mit. Dabei geht es um Entschädigungsanträge, die Holocaust-Überlebende nach dem Krieg einreichten. In den Akten sind nicht nur die Anträge enthalten, sondern auch die dazugehörigen Schilderungen des erlittenen Unrechts. Sie sind heute bedeutende Zeitzeugnisse. Für Wiedergutmachungsanträge in der Gegenwart ist das Portal nicht vorgesehen.
„Wir wollen die Vergangenheit für die Zukunft bewahren und sie sichtbar machen”, sagte Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP). Wie wichtig dies sei, zeige der Anstieg antisemitischer Straftaten in Deutschland. Die Holocaust-Überlebende Eva Umlauf zeigte sich entsetzt über diesen Anstieg wie auch über Verschwörungstheorien, die über Juden verbreitet würden.
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