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Als die SSG 09 Weltmeister war

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BERGISCH GLADBACH. Als die Fußballfrauen der SSG 09 Bergisch Gladbach im Sommer 1980 ihre dritte Deutsche Meisterschaft holten, musste SSG-Manager Hans Gronewold seine Wette einlösen: nur mit Socken und Armbanduhr bekleidet in den Brunnen vor dem Bergischen Löwen springen. „Wir haben uns alle weggelacht“, erinnert sich Teambetreuerin Hanna Gebauer an den Augenblick. Zuvor hatte sich Gronewold im Bademantel heimlich durch die Hauptstraße geschlichen.

Die 70er und 80er Jahre waren die Goldene Zeit des Frauenfußballs in Bergisch Gladbach. Die Mannschaft um Spielertrainerin Anne Trabant-Haarbach sammelte Titel wie andere Leute Briefmarken: Deutscher Fußball-Meister 1977, 79, 80, 81, 82, 83, 84 und 88; Pokalsieger 1981, 82 und 89; Weltpokalsieger in Taiwan 1981 und 1984. Bergisch Gladbach - damals im Frauenfußball weltweit führend.

Ab März sollen diese ruhmreichen Tage wieder aufleben. Anlässlich der in der VHS gezeigten Wanderausstellung „Verlacht, verboten und gefeiert. Die Geschichte des Frauenfußballs in Deutschland“ will VHS-Direktor Werner Ludwig eine größere Abteilung zur SSG einrichten. Die Anfänge sind verheißungsvoll: Bergeweise stapeln sich bei ihm Fotos, Plakate und Zeitungsausschnitte. In der Andenken-Mappe von Horst Gebauer, damals mit seiner Frau Hanna im Betreuerstab, hat sich sogar noch das Mannschaftsfoto des Meisterteams von 1977 gefunden. Tochter Ingrid, damals erst 13 Jahre alt, schoss am 25. Juni 1977 die Gladbacherinnen in den siebten Fußball-Himmel: 1:0 im Finalrückspiel gegen die SG „Oberst Schiel“ aus Frankfurt-Niederrad. An ihr Goldenes Tor zum 1:0 kann sie sich noch gut erinnern: „Den Ball habe ich irgendwie reingekullert. Wenn der Platz nicht so nass gewesen wäre, hätte das nicht geklappt. Und den Schuh habe ich dabei verloren.“

Wegen ihres Alters hatte Ingrid Gebauer seinerzeit nur mit Sondergenehmigung des DFB auflaufen dürfen.

Hans Gronewold, wie SSG-Ehrenpräsident Heinz Paul Motor und Macher der Mannschaft, kann über diese Jahre viele Anekdoten erzählen. Gronewolds Augen strahlen, wenn er an den Auftritt „seiner“ Frauen im Stuttgarter Neckarstadion denkt: „Vor 50 000 Zuschauern haben wir 1981 im allerersten Pokalfinale gestanden, das war einfach gigantisch.“ Der Gegner vom TuS Wörrstadt habe nur gemauert. Geholfen hat es nicht: Mit 5:0 überrannten Gladbachs Fußballfrauen den Konkurrenten.

Gesucht werden für die Ausstellung noch originale Trikots und Fußballschuhe von den Meisterspielerinnen. Wer der VHS weiterhelfen kann, meldet sich bei VHS-Chef Werner Ludwig, Tel. (0 22 02) 14 22 60.