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Als Napoleons Truppen das Weite suchten

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EITORF / HENNEF. In etwa dort, wo Eitorf und Uckerath (beide Rhein-Sieg-Kreis) Buchholz (Kreis Neuwied) und Kircheib (Kreis Altenkirchen) aneinanderstoßen, wird an diesem Freitag, 18 Uhr, eine Gedenkstätte „Schlacht von Kircheib vom 19. Juni 1796“ eingeweiht. Die Zufahrt zwischen der B 8 und dem neuen Dorfgemeinschaftshaus Griesenbach ist ausgeschildert.

In dem Bereich ereignete sich vor 213 Jahren diese Schlacht, in der rund 2000 Soldaten starben, und die Bewohner unter dem Konflikt schwer zu leiden hatten. Französische Revolutionstruppen kämpften gegen Heere von Berufssoldaten der absolutistisch Fürsten. Die Schlacht war ein Ereignis auf dem langen, schweren Weg Europas von der Adelsherrschaft zur Demokratie. Die Initiative, sich daran zu erinnern, kam von Heimatforscher Horst Weiß aus Jungeroth, dem Westerwaldverein und der Gemeinde Buchholz. Weiß schaffte es, dass sich die vier angrenzenden Gemeinden an den Baukosten von rund 13 000 Euro beteiligten.

Während der Napoleonischen Kriege von 1792 bis 1815 war es Anfang Juni 1796 im Hennefer Feld und am „Käsberg“ zu einem Gefecht gekommen, aus dem die Franzosen als Sieger hervorgingen. Am 2. Juni kam der Raum Uckerath / Jungeroth in die Hand der Franzosen. Sie besetzten die Burganlage der Stadt Blankenberg mit zwei Bataillonen, hatten aber als strategisch günstige Lage den Bergsporn Jungeroth bei Buchholz für ihr großes Feldlager für eine Division auserkoren.Da sich die österreichischen Truppen nach Altenkirchen zurückzogen, setzten ihnen die Franzosen nach und es kam dort am 4. Juni 1796 zu einer nur zwei Stunden dauernden Schlacht. Nach ihrer Niederlage zogen sich die Österreicher über die Lahn zurück, wo ihnen aber der österreichische Oberbefehlshaber Erzherzog Karl, ein Sohn Kaiser Leopolds II. zu Hilfe kam und dann bei Wetzlar am 15. Juni den Franzosen eine vernichtende Niederlage bescherte. Die Restdivision, immerhin noch 24 000 Mann, zog sich zurück. Doch die Gegner blieben mit 14 000 Mann den Franzosen auf den Fersen. Nach rund 40 Marschkilometern trafen sie in ihrem Feldlager Jungeroth ein. Bei Tagesanbruch des 19. Juni, einem Sonntag, rückten die Kaiserlichen dann, durch Linientruppen bis auf 15 000 Mann verstärkt, gegen die Franzosen vor. Von acht Uhr morgens bis nachmittags um drei Uhr gab es ein heftiges Gefecht mit Kanonaden, Bajonetten, Kolben und Fäusten „von dessen Hartnäckigkeit und Dauer man in der Kriegsgeschichte Neuerer Zeit wenig Beispiele findet“, äußerte sich später Erzherzog Karl von Österreich. Die Gegend bei Stotterheck, Meisenbach, Irmeroth, Mendt, Griesenbach und des inzwischen nicht mehr vorhandenen Weiler Schellberg und der Wegezollstation Bretterhäuschen lag voller Verwundeter und Toter. „Es ist dergestalt ein Massacre gewesen, dass kein beherzter Mann die Toten wohl hat ohne Schauer ansehen können.“ So schrieb Hermann Christian Hülder aus Oberdollendorf in seiner Chronik. Es blieben auch bei vorsichtiger Schätzung rund 2000 Gefallene zurück, zu zwei Drittel Franzosen. In der Nacht vom 19. auf den 20. Juni zogen sich die geschlagenen Franzosen wahrscheinlich durchs Hanfbachtal über Hennef und hier über die Sieg bei Allner nach Opladen und am nächsten Tag weiter ins von ihnen befestigte Düsseldorf zurück. Dabei sollen die eisenbereiften Räder der Geschütze und Fuhrwerke mit Stroh umbunden worden sein, damit der Feind ihren Abzug nicht bemerkte.