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Altenberger MärchenwaldRosenrot lag auf dem Speicher

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Der Märchenwaldbetreiber bei Max und Moritz. (Bild: Daub)

ALTENBERG. Schneeweißchen hat sich zur Ruhe gesetzt. Das liebliche Kind schmückt nun eine Nische im Ausflugslokal des Altenberger Märchenwalds und sieht immer noch so jung und rein aus, als ob nicht 80 Jahre ins Land gegangen wären. "Das ist die älteste Figur, die wir haben", versichert Detlev Kreber stolz. "Von 1931". Das ist das Jahr, in dem Wilhelm Schumacher das alte Haus über dem Wallfahrtsort gekauft hat, um die damals einzigartige Institution eines Märchenwaldes in die Tat umzusetzen.

Max und Moritz aus den 40er Jahren

In der kleinen Hütte im Wald selbst ist längst ein neues Geschwisterpaar eingezogen, und auch der Bär trägt kein echtes Fell mehr. Doch ein paar der alten Figuren hat Kreber noch ausfindig gemacht. Daneben hat er auch Fotos und Filmdokumente gefunden, die im kommenden Jahr im Lindlarer Freilichtmuseum im Rahmen einer Ausstellung über historische Wander- und Ausflugsziele im Bergischen Land gezeigt werden sollen.

Schneeweißchens Schwester Rosenrot entdeckte er auf dem Dachboden und nun posiert er freudig mit dem wiedervereinigten Paar. Aus den 40-er Jahren stammen Max und Moritz, die frisch restauriert noch immer ihr Unwesen auf den Höhen über Odenthal treiben. Auch Schneewittchen, Hänsel und Gretel und Dornröschen zogen um diese Zeit ein in die Liliput-Siedlung am Hang, gefolgt von Aschenputtel, den Bremer Stadtmusikanten oder den sieben Raben. Einige sind zwischenzeitlich erneuert worden, andere einem Lifting unterzogen.

"Ich wollte immer schon mal die Geschichte des Märchenwaldes richtig aufarbeiten", gesteht Kreber, der sich seit über 20 Jahren um das Gelände und die Lokalitäten kümmert. "Jetzt ist die Gelegenheit da."

Im Schuppen liegt eine alte Holzfigur vom "Tischlein deck dich" mit verdrehten Drahtgliedmaßen. "Die kriegen wir schnell hin", ist Kreber sicher und eilt schon zum Dachspeicher, wo er die Tage zwei Tonfiguren in originaler Kindergröße aufgestöbert hat. Sie sind unbehandelt, die Arme liegen auf den Holzdielen. "Keine Ahnung, wofür die waren", er könnte aber schwören, dass sie alte Vorlagen für Hänsel und Gretel waren, "mindestens 30 Jahre alt", denn so lange kann er schon zurückdenken. Vielleicht weiß es der alte Vorgänger? Nicht auf Anhieb, aber das wird der 80-Jährige klären.

Ein paar Kisten alte Bilder hat Detlev Kreber ebenfalls hervorgeholt, Schwarzweiß-Fotos mit fein gemachten Elternpaaren aus den 60ern und kniebestrumpften Mädchen im Faltenrock, die der Rapunzel am Zopf ziehen und zahme Rehe streicheln. Erinnerungen kommen hoch. An den Dukatenesel am Eingang. An Heinzelmännchen, die hinter Glas auf Knopfdruck hämmern und sägen. An die schummerige Wirtsstube, auf deren Bühne Wasserfontänen zu Orgelmusik hochsteigen.

Vom Märchenwald hat jede Generation ihre eigenen Erinnerungen: die Großeltern, Eltern und Kinder, die mit ihren Kindern hierher gehen. Auf Super-Acht-Filmen aus den 50er Jahren sieht man Besucher, die von Altenberg den Waldweg zum Park hinaufwandern.

"Die Händler und Wirte der Region haben tonnenweise Brezeln verkauft an einem solchen Tag", hat Kreber beobachtet. "Auch Souvenirs und Spazierstöcke. Das war natürlich schlagartig vorbei, als der Parkplatz gebaut wurde." Doch an diese "gute alte Zeit" soll 2012 erinnert werden. Kreber sieht schon vor sich, wie ein ratternder Projektor die altmodischen Filmrollen abspult. . .