Der Amberbaum wird zwar mächtig, aber es gibt kleinere Sorten für den Hausgarten, nach denen die Suche lohnt.
Amberbäume sind seit Jahrtausenden begehrt. Der Name verrät den Grund: „Liquid“ heißt flüssig, „Amber“ das aromatische Harz. Werden Stamm oder Zweige verletzt, tritt es als wohlriechender, dicker Saft aus. Auch beim Zerreiben der Blätter entströmt der besondere Duft.
In Mitteleuropa und Kleinasien liefert der Orientalische Amber (Liquidambar orientalis) den Duftstoff Storax, der schon Kulthandlungen der alten Ägypter begleitete und noch heute als Rauch durch griechisch-orthodoxe Kirchen zieht. Gern wird der vanilleähnliche Duft, in dem sich Zimtsäure, Styracin, Vanillin, Cinnamein und vieles mehr mischen, in der Aromatherapie als beruhigend und entspannend genutzt. Auch Husten, Krämpfe und Schmerzen soll er stillen. Er verleiht Tabaksorten sein Aroma und dient in der Parfumherstellung als Fixateur, der Düfte weniger flüchtig macht.
Für den Garten eignen sich der Orientalische Liquidambar und der fernöstliche Liquidambar formosana weniger, denn sie sind nicht frosthart genug. Zuverlässig ist da der amerikanische Liquidambar styraciflua, aus dessen Harz Kaugummi gewonnen wird.
Bizarre Korkleisten auf Stamm und Ästen
Der Amberbaum trägt dicke, bizarre Korkleisten auf Stamm und Ästen, was an winterkahlen Bäumen besonders attraktiv aussieht. Amber wird zehn bis 20 Meter hoch und sechs bis zwölf breit. Die meisten Sorten wie „Ellen“ besitzen mit etwa fünf Metern Höhe schon eher Hausgartengröße.
Ellen fällt im Frühjahr durch weinrote Triebspitzen und rötliches Laub auf. „Lane Roberts“ hat eine auffallende rote Herbstfärbung, die alte Sorte „Aurea“ goldgelb gefleckte Blätter, die sich im Herbst rosa und burgunder verfärben, während „Silver King“ einen feinen silberweißen Rand um seine Blätter und „Rotundiloba“ abgerundete Blattspitzen bilden.
Wenig Platz braucht der Zwerg-Amber „Gum Ball“ mit dicht verzweigtem, ballförmigen Wuchs. Seine Blätter sind kleiner, er blüht nicht und lässt auch keine kugeligen Früchte fallen, die auch lästig sein können. Je nach Veredlungsstelle trägt Gum Ball seine perfekte runde Krone knapp über dem Boden und reicht dann bis 1,5 Meter hoch, oder er wird auf einen etwa mannshohen Hochstamm veredelt.
Die Sorte „Moraine“ wächst als schlanke Pyramide „Parasol“ zum ellipsenförmigen Schirm, die Trauerform „Pendula“ als zierliche Säule mit weich herabfallenden Zweigen. Alle Amberbäume sind sehr gesund. Befall mit Schädlingen tritt kaum auf. In der Jugend sind sie aber etwas frostempfindlich, weshalb sie am besten im Frühjahr gepflanzt werden, damit sie voll eingewurzelt in den Winter gehen. An einem geschützten Platz übersteht der Amberbaum die Jugendjahre am besten.
In höherem Alter liegt die kritische Grenze bei minus 28 Grad. Dann können Knospen und junge Triebe erfrieren, der Baum bleibt im Frühjahr kahl. Tot ist er aber nicht - es kann nur bis Juni dauern, bis er wieder austreibt und sich schon wenig später in gewohntem Glanz zeigt.
