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„Angst, alleine in Keller zu gehen“

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Wenn die Musik in einem Mietshaus zu laut ist, hilft meist ein klärendes Gespräch unter Nachbarn. In einem Mehrfamilienhaus in Zollstock ist das anders. Dort fürchten sich viele Hausbewohner vor dem Mieter Gerald T. Gestern stand der 47-Jährige erneut wegen Bedrohung seiner Nachbarn vor Gericht. Ihm droht eine Haftstrafe.

„Wir waren am Fernsehen gucken und konnten nichts mehr verstehen, so laut war es. Dann haben wir die Polizei gerufen. Der hat uns schon so oft bedroht“, erinnerte sich gestern die Mieterin Barbara B. an den Abend des 5. Oktobers 2006. Nach ihrem Klingeln sei er die Treppe hinuntergestürzt, habe ein vor der Tür wartendes Mädchen bedroht: „Noch mal und es gibt was in den Nacken.“ Dabei hielt er eine Eisenstange in der Hand.

Auf dem Rückweg in seine Wohnung habe er im Treppenhaus zu den hinter ihrer Tür ängstlich wartenden Eheleuten B. gerufen: „Ihr seid auch bald dran. Ich mache euch kalt“, wiederholte Barbara B. Die Polizei nahm T. fest.

Es war nicht das erste Mal: Im September 2006, nur einen Monat zuvor, war T. bereits zu einer dreimonatigen Bewährungsstrafe verurteilt worden. Er hatte der 19-jährigen Tochter der B. gedroht, sie zu vergewaltigen. Diese zog daraufhin aus der elterlichen Wohnung aus. Auch Barbara B. sagte, sie lebe in Angst vor T.: „Wenn ich höre, dass jemand im Hausflur ist, gehe ich nicht mehr alleine in den Keller.“

Am 3. August soll der Prozess mit weiteren Zeugenaussagen fortgesetzt werden. Dann soll geklärt werden, was der Anwalt von T. vortrug: „Mädchen haben Steine gegen sein Fenster geworfen. Mein Mandant hat sich nur gewehrt.“ (lhg)