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Angst vor Jugendbanden

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„Es gibt kaum einen Tag, an dem nicht ein Jugendlicher Opfer einer Raubstraftat wird.“ Burkhard Achenbach, ehemaliger Mordermittler und nun im Raubdezernat, spricht Klartext. Überfälle gebe es mittlerweise zu jeder Tages- und Nachtzeit und im gesamten Stadtgebiet. „Früher war dies nicht so. Da gab es nur bestimmte Orte und Zeiten, wo die Räuber unterwegs waren“, so Achenbach. Wie etwa die Altstadt am Wochenende.

Nach der Messerattacke in Berlin durch einen 16-Jährigen, den ständigen „Abziehereien“ der Jugendlichen und der bevorstehenden Weltmeisterschaftsspiele in der Stadt, ist die Polizei elektrisiert. „Wir erwarten in Köln vor und während der Spiele deutlich mehr Raubstraftaten“, sagt Achenbach. Wenn mehrere zehntausend Menschen in der Innenstadt unterwegs seien, wäre es verwegen zu sagen, es bliebe alles im normalen Rahmen, so der Ermittler.

Die Polizei will die Mitglieder der 30 Jugendbanden in der Stadt im Auge behalten. Zivile Kräfte werden bei den „Public Viewing“-Veranstaltungen unterwegs sein und vor allem die Krawallbrüder beobachten. Wie viele Banden aber überhaupt in die Innenstadt kommen, sei noch fraglich. Manche Gruppen sind nach Erkenntnissen der Polizei und der Stadt sehr mit ihrem Veedel verbunden. „Es wird ein starker Lokalpatriotismus gepflegt“, sagte ein Ermittler. Und so nennen sich die Banden beispielsweise „Stegerwald Power“ (STWP), „Ossendorfer Gang“ (O.G.) oder „Bickendorf Gangster“.

Im Internet stellen sich die kriminellen Jugendlichen dreist in aller Ausführlichkeit vor. Jede Bande will natürlich dokumentieren, dass sie die stärkste und mächtigste ist. Gegenseitige Provokationen schaukeln sich hoch. In Chats, per E-Mail oder mit dem Handy stacheln sich die Jugendlichen an. Die Polizei löscht die Internetseiten, wenn sie von neuem Gehabe der jungen Straftäter erfährt. Doch manchmal kommt die Behörde zu spät - dann hat es schon eine Schlägerei gegeben. Oft müssen manche Kontrahenten in Krankenhäusern behandelt werden. „In der Bande gelten sie dann allerdings als Helden“, berichtete ein Polizist.