Köln – Vom so genannten „Schuhtick“ will Anna Köhler nichts wissen. Für sie sind die heiß geliebten ständigen Begleiter weit mehr als modische Accessoires, sie sind das eigentliche Geheimnis der schlanken Linie. „Jeder Zentimeter mogelt optisch ein Kilo weg“, schwört die 39-Jährige und deutet auf ihre hohen Absätze. Es ist aber nicht nur diese Lebensweisheit, die Anna Köhler mit der Hauptfigur ihres Debütromans „Erwachsensein ist später“ teilt, sondern ebenfalls die Haarfarbe - denn auch wenn die Naturblondine selbst dunkel gefärbt ist, meint sie doch: „Das Blondinen-Image will gelebt werden. Und sind wir nicht alle ein bisschen Ilona?“
Tatsächlich durchlebt besagte Blondine, wie sie in Köhlers Buche steht, etliche typische Frauenprobleme. Vom Kampf mit den Problemzonen bis hin zu so manchem Frosch, der den Weg zum Traumprinzen pflastert, ist alles dabei. Das Klischee allerdings, dass nur Männer das „Hotel Mama“ bevorzugen, stellt die Autorin dabei mit viel Humor auf den Kopf. Selbst mit 18 von zu Hause ausgezogen, lässt Köhler ihre charmant-naive Protagonistin erst mit Mitte 30 den elterlichen Fittichen entfliehen. Doch so manches vermeintliche Traumschloss entpuppt sich als Besenkammer, und die sorgen für hässliche Falten im Businesskostüm. In der Schublade „Frauenroman“ möchte die quirlige 39-Jährige ihr Buch aber nicht sehen, denn „das klingt so kitschig. Ich nenne es ,Badewannenliteratur . Für Abende in der Wanne mit einem Glas Rotwein ist das Buch genau richtig.“
Dass der Debütroman der gebürtigen Weimarerin in der Domstadt spielt liegt nahe, denn seit 19 Jahren schon lebt sie hier und fühlt sich längst zuhause. Auch der Marzellen-Verlag hat bei der Sachbearbeiterin in der öffentlichen Verwaltung Sympathie geweckt. Der Entschluss, ihr Manuskript in die Hände von Verlagsgeschäftsführer Frank Tewes zu legen, entpuppte sich als richtige Entscheidung.
Eine Fortsetzung kann Anna Köhler sich gut vorstellen, denn es gibt so einige Abenteuer, die ihre Romanfigur noch meistern könnte. „Man muss nur die Augen offen halten, die besten Geschichten liegen auf der Straße.“ Bei so vielen Ilonas kein Wunder.
8. September, 19 Uhr, Lesung Buchhandlung Ludwig im HBF