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Anzeige gegen Busfahrer

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AUS DEM KREIS. Für die achtjährige Jaqueline Gebauer aus Waldbröl war diese Fahrt mit dem Schulbus von ihrer Grundschule nach Hause ein Albtraum. Wie so oft, berichtet Mutter Gaby Gebauer, musste ihre Tochter im völlig überfüllten Schulbus stehen. Der Busfahrer hätte während der Fahrt eine verbale Auseinandersetzung mit zwei Jungen gehabt, und sei dann, auf freier Strecke und ohne Not, voll auf die Bremse gestiegen. Ihre Tochter sei darauf mit dem Gesicht gegen eine Haltestange geprallt und dabei erheblich verletzt worden. So musste alleine die Oberlippe des Kindes mit sieben Stichen genäht werden, Jaqueline verlor zudem zwei ihrer Schneidezähne. Die entsetzte Mutter hat gegen den 47-jährigen Busfahrer Strafanzeige wegen Körperverletzung gestellt. „Jaqueline war so stolz auf ihre schönen Zähne, und jetzt wird sie sich immer mit den Folgeschäden dieses Vorfalls auseinandersetzen müssen.“

Der eine oder andere Fahrer scheine für seinen Beruf als Kinderbeförderer gänzlich ungeeignet. Auch nach Aussage anderer Eltern und Zeugen dient „abruptes Bremsen“ durchaus als „Disziplinierungsmaßnahme“.

Ernst Seeberger, Sprecher der Kreispolizeibehörde, bestätigte auf Anfrage die Strafanzeige, auf Grund der nun Ermittlungen in Gang gesetzt worden seien. Warum der Busfahrer gebremst habe, sei aus Sicht der Polizei jedoch noch offen. „Wir setzen darauf, dass sich Zeugen des Vorfalls melden.“ Der für die Grundschülerin folgenschwere Vorfall ereignete sich am Donnerstag, 26. Februar, 11.20 Uhr, auf der Gemeindestraße zwischen Niederhausen und Bladersbach. Der Windecker Busunternehmer mochte sich als Chef des angezeigten Busfahrers nicht öffentlich zu dem Vorfall äußern.

Derweil häufen sich gerade im Südkreis Proteste von Eltern über völlig überfüllte Schulbusse. Als Skandal wird empfunden, dass nach dem Personenbeförderungsgesetz bis zu 90 Kinder in Schulbussen zugelassen sind. „Es ist unverantwortlich, dass mit der Sicherheit unserer Kinder so fahrlässig umgegangen wird“, schimpft Gaby Gebauer. Selbst wenn ein Busfahrer durch verkehrstechnische Umstände gezwungen sei, heftig zu bremsen, könnten die stehenden Kinder kaum das Gewicht ihres Ranzens auffangen.

Friederike Latos, Vorsitzende der Schulpflegschaft an Waldbröls größter Grundschule am Wiedenhof, sieht in der Schülerbeförderung gravierende Mängel: „Es fehlt schlicht an Dienstleistung.“ Der „Fall“ der kleinen Jaqueline übertreffe jedoch alles Bisherige.

OVAG-Geschäftsführer Karl-Heinz Schütz erklärte auf Anfrage unserer Zeitung, dass im Auftrag der OVAG rund 30 Busunternehmen mit annähernd 280 Fahrern unterwegs seien. Da könne es schon sein, dass „da das eine oder andere schwarze Schaf dabei ist“. Hier gebe es jedoch klare Verträge mit den Privatunternehmen, auch was den Verhaltenskodex gegenüber Fahrgästen betreffe. Zum Thema überfüllter Schulbusse könne er nur zu konkreten Fällen Auskunft geben. „Wenn wir auf einer Linie vier Busse einsetzen,“ so Schütz, „und alle Wartenden in den letzten Bus einsteigen wollen, dann kann das natürlich nicht funktionieren.“