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Arthrose bekämpfenGelenke bewegen – aber richtig

4 min
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Wassergymnastik ist effektiv und zugleich gelenkschonend.

Gelenke brauchen sportliche Aktivität, um gesund zu bleiben. Doch falsche Technik, Überlastung durch zu ambitioniertes Training oder das Verletzungsrisiko von Sportarten wie Alpinski oder Handball bergen auch das Risiko von vorzeitigem Verschleiß.

Knorpel braucht Aktivitäten

Sport und Arthrose – eine Wechselbeziehung der besonderen Art. Die Knorpelschicht, die ein gesundes Gelenk reibungslos funktionieren lässt, kann auf zwei Arten zerstört werden: als Folge von Verletzungen oder als reine Verschleißerscheinung. Ein Gelenk durch Nicht-Benutzung – also Bewegungslosigkeit – dem Verschleiß zu entziehen, funktioniert aber nicht. Denn: Der Stoffwechsel des Knorpels verlangt nach ständiger Aktivität, um die nährende Gelenkflüssigkeit in den Knorpel einzuarbeiten. Ohne dies „verhungert“ der Knorpel, und das Gelenk wird ebenfalls schmerzhaft und steif. Und: Wer sich nicht bewegt, wird meistens dick. Darunter leiden die Gelenke dann noch zusätzlich.

Muskeln stützen

Deshalb raten Mediziner Menschen mit Arthrose heute zu angepasster Bewegung. Damit wird einerseits der Knorpelabbau zumindest verlangsamt. Gleichzeitig erleichtern ein vernünftiges Körpergewicht und eine normal ausgebildete, stützende Muskulatur den Gelenken gerade von Knie und Hüfte – ihre Arbeit und lindern so die Schmerzen.

Weiche, runde Abläufe

Das Schlüsselwort ist „angepasst“. Der Gesundheit der Gelenke – egal ob noch kerngesund oder bereits angegriffen – sind  grundsätzlich alle weichen, runden Bewegungsabläufe zuträglich. Beispiele sind Gymnastik, Walken, Radfahren, Skilanglauf und Aktivitäten im Wasser wie Schwimmen, Aquajogging oder Wassergymnastik.

Regelmäßigkeit bringt den Erfolg

Wichtig ist hier für alle, die bisher Sportmuffel waren, ein sanfter Einstieg: Nicht nur die Muskulatur rund um das betroffene Gelenk, alle Muskelgruppen des  Körpers müssen langsam auf Trab gebracht werden. Nach einem anfänglichen Gespräch mit dem Arzt kann es losgehen, am besten erst einmal unter Anleitung eines Physiotherapeuten oder Sportlehrers – Denn: Auch fehlerhafte Technik richtet auf Dauer mehr Schaden als Nutzen an. Zudem sollte sich jeder eine Sportart aussuchen, die ihm Spaß macht und die sich problemlos in den Alltag integrieren lässt – sonst bleibt niemand lange dabei. Es geht nicht darum, in sechs Wochen nachzuholen, was in Jahrzehnten versäumt wurde. Wer es schafft, ein lockeres Bewegungsprogramm von 30 Minuten mehrmals pro Woche fest in seinem Alltag zu etablieren, hat schon viel erreicht.

Vernünftiges Training

Umgekehrt gilt, dass übermäßige Belastungen durch Sport und Bewegung, aber auch harte körperliche Arbeit gesunde Gelenke vorzeitig verschleißen lassen. So sind arthrotische Veränderungen der Hüft- und Kniegelenke bei den meisten Läufern nachweisbar, die jede Woche mehr als 70 Kilometer joggen. Schädlich sind hier sehr harte Untergründe und Übergewicht. Die falsche Lauftechnik führt außerdem zu Fehlbelastungen und damit hohem Verschleiß der Gelenke. Wer ambitioniert laufen will, muss sich langsam herantasten und Muskeln, Bänder und Sehnen allmählich an die Belastung gewöhnen.

Einige Risikosportarten

Ungern sehen Mediziner Sportarten mit abrupten Stops und Drehungen – beispielhaft sei Squash genannt. Gleiches gilt für Tennis in der Halle. Auf einem Aschenplatz hingegen mildert eine Gleitphase die Belastung der Gelenke. Ein hohes Verletzungsrisiko mit Spätfolgen für die Gelenke bergen etwa der Alpinskisport sowie alle Sportarten mit „aggressivem“ Körperkontakt.  

Bewegung zwischen Kreuz und Becken

Das unbekannte Kreuz-Darmbein-Gelenk

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Die wenigsten Menschen wissen, dass sich zwischen dem Kreuzbein am unteren Ende der Wirbelsäule und dem Darmbein, also dem schaufelartigen Hüftknochen, auf jeder Seite ein weiteres Gelenk befindet. Es sorgt fü Beweglichkeit zwischen Kreuz und Becken. Fachsprachlich heißt es Iliosakralgelenk (ISG). Dort erlaubt ein Gelenkspalt nur sehr eingeschränkte Bewegungen, den Hauptteil der Belastung in diesem Teil des Rumpfs fangen diverse Bänder und Muskeln auf. Wird deren Zusammenspiel gestört – etwa durch eine ungewohnte Bewegung – kann es schnell zu einer Blockade kommen, meist nur auf einer Seite. Die Schmerzen sind dann so stark, dass der Betroffene sich kaum noch bewegen kann.

Leicht zu verwechseln mit Bandscheibenvorfall

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Dr. Vasileios Ntoukas aus dem Vivantes Klinikum Berlin.

„Patienten mit bisher nicht diagnostizierten Funktionsstörungen am Iliosakralgelenk eint oftmals ein langer Leidensweg“, berichtet Dr. Vasileios Ntoukas aus dem Vivantes Klinikum Berlin. Sie klagen meist über ziehende Schmerzen im unteren Rücken, in der Hüfte oder am Gesäß – vor allem beim Anziehen des rechten oder linken Beines, beim Sitzen und Liegen. Zusätzlich treten vermehrt Taubheit und Kribbeln in den Beinen auf. Das Tückische dabei: Bei diesen Symptomen handelt es sich um solche, die typischerweise auch bei Erkrankungen an der Wirbelsäule auftreten – speziell bei Bandscheibenvorfällen. Aus diesem Grund kommt es selbst heutzutage immer noch zu vielen Fehldiagnosen, sodass daraufhin eingeleitete Therapien erfolglos bleiben. Der eigentliche Auslöser, das ISG, bleibt oft unentdeckt. Bei Patienten mit Kreuzschmerzen sollte die Darm-Kreuzbein-Verbindung folglich immer streng mit in den Diagnoseprozess einbezogen werden, so Dr. Ntoukas.