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Assistenzärztin„Herkunft ist ein schöner Nebeneffekt“

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Xiao-wei Wang verstärkt das Team der Inneren Medizin im St.- Hubertus-Stift mit doppelter Kompetenz. Chefarzt Dr. Andreas Kramer freut sich.

Bedburg – Bedburg scheint ein gutes Pflaster zu sein für Menschen aus China: Nachdem sich im Vorjahr der chinesische Maschinenhersteller Sany an der Erft niedergelassen hat, bekam nun das St.-Hubertus-Stift ebenfalls Verstärkung aus dem Reich der Mitte. Seit einigen Wochen gehört Xiao-wei Wang als Assistenzärztin zum Team der Inneren Medizin.

Von ihrer Wahlheimat Köln pendelt die gebürtige Chinesin nun täglich nach Bedburg. Doch das tut sie gern: Die Leute seien freundlich und der Kontakt zu den Patienten im Vergleich zu größeren Häusern persönlicher. „Das gefällt mir“, sagt sie. 1993 war Xiao-wei Wang von China nach Köln gekommen, um hier ihr Medizinstudium zu absolvieren. Es war bereits ihr zweites: An der Universität Wanan hatte sie zuvor mit Bestnote abgeschlossen. Doch die Qualifikation nach Maßgabe der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM), die auch hierzulande immer populärer wird, wurde in Deutschland nicht anerkannt.

Man könne die beiden Studiengänge auch gar nicht miteinander vergleichen, erläutert die Medizinerin. Sie bezeichnet TCM als „Erfahrungsmedizin“, die bei chronischen Krankheiten hilfreich sein könne. Bei akuten Erkrankungen müsse jedoch der Einsatz schulmedizinischer Methoden Vorrang haben. „Beides ist sinnvoll – je nach Beschwerdebild“, sagt sie, die zuletzt in Kliniken in Olpe und Köln gearbeitet hat. Dass nach ihrem Wechsel nach Bedburg einige chinesische Mitarbeiter des benachbarten Unternehmens bereits auf sie aufmerksam geworden sind, hat Xiao-wei Wang durchaus registriert. Chefarzt Dr. Andreas Kramer versichert allerdings, dass die Herkunft der neuen Kollegin kein Einstellungskriterium gewesen sei. „Sie hat fachlich überzeugt“, betont er. „Das andere ist ein schöner Nebeneffekt.“ Allzu häufig wird die TCM ohnehin nicht zur Anwendung kommen. In einer Klinik wie in Bedburg behandle man kaum chronische Beschwerden, erklärt Kramer.

Dennoch würden sich ihre Landsleute im Krankheitsfall sicherlich freuen, auf eine Ansprechpartnerin aus der Heimat zu treffen, davon ist Xiao-wei Wang überzeugt. Aus Erfahrung weiß sie nur zu gut, welchen Kulturschock Chinesen in Deutschland erleben können. „Sprache, Essen, Lebensrhythmus, es ist wirklich alles anders“, sagt sie. Ein weiterer Unterschied liege im Medizinischen. Chinesen, sagt sie, „gehen erst dann zum Arzt, wenn sie kaum noch auf den Beinen stehen können“.

Sie selbst wird dagegen auch weiterhin den etwas längeren Arbeitsweg auf sich nehmen. Köln, „meine zweite Heimat“, wieder zu verlassen, kann sie sich nämlich nicht vorstellen. Daran können offensichtlich nicht einmal chinesische Nachbarn etwas ändern. (amg)