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Auf 33 Einwohner kam damals eine Kneipe

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FRECHEN. Frechen war schon in frühen Jahren für die hohe Zahl an Gaststätten und Kneipen bekannt. So gab es 1938 nach Zeitungsangaben 33 Schankstätten in der Stadt, in denen seinerzeit jährlich 56 000 Liter Bier gezapft wurden. Auf jeweils 33 Einwohner kam eine Wirtschaft, so haben Experten ausgerechnet.

Viele Namen von damals gibt es nur noch in der Erinnerung. Dazu gehören unter anderem das „Treppchen“ auf der oberen Hauptstraße, der alte „Ratskeller“ in der Brauerei Metzmacher oder die „Glocke“ am anderen Ende der Hauptstraße. Das Bier, oder besser das Kölsch, hat aber im Laufe der Jahrzehnte nichts von seiner „Anziehung“ verloren, dies zeigte auch der große Andrang zur Eröffnung der jüngsten Ausstellung im Frechener Stadtarchiv.

„Bier-lokal“ heißt die Schau, die noch einmal die Blütezeit der Bierbrauer in Frechen aufleben lässt. Neun Brauereien hatte die Gemeinde Frechen dereinst, heute gibt es nur noch eine, die Hüchelner Brauerei Hintermeier. Gebraut wird hier Stecken-Kölsch, Bartmann-Kölsch und als Spezialität der Hüchelner Urstoff.

Mit vielen Bildern erinnert die Ausstellung an die Brauereien und die Gaststätten-Landschaft in Frechen und seinen Vororten. Aber auch andere interessante Exponate zum Thema „Brauen und Brennen in Frechen“ hat das Team des Stadtarchivs für die Ausstellung aufbereitet. Hilfe bekamen die Mitglieder der Geschichtswerkstatt dabei von zwei Braumeistern, Michael Schneider aus Königsdorf und Siegfried Spinner aus Bergheim.

Zur Kneipe wurde eine Ecke des Stadtarchiv-Foyers umgewandelt. Bleiverglaste Fenster und andere Teile aus „Wildschütz“, „Ratskeller“ und anderen Gaststätten sowie alte Tische, Bierdeckel, Gläser und Fässer sind zu sehen. Auch einen Tischdestillierer und ein kleines „Labor“ mit den Zutaten, die man zum Bierbrauen nach dem Reinheitsgebot benötigt, hat man aufgetrieben. Mit einem Großfoto wird an die Zeit des Ratskellers gegenüber dem heutigen Stadtarchiv erinnert, der mit dem Abriss der Brauerei Metzmacher 1994 verschwand. Rats-Kölsch kommt seitdem aus den Kesseln der Kölner Dom-Brauerei.

Abgerundet wird der lokale Aspekt der „Bier“-Schau durch Teile einer Wanderausstellung der Arbeitsgemeinschaft der Archive im Rhein-Erft-Kreis und im Kreis Düren. Durch Urkunden, Akten und Fotos wird die Entwicklung des Brauereiwesens dokumentiert und die Bedeutung der Gaststätten und Kneipen im gesellschaftlichen Leben der Gemeinden aufgezeigt. (mrz)

Die Ausstellung „Bier-lokal“ im Foyer des Stadtarchivs, Hauptstraße 110-112, ist noch bis zum 30. Juni zu sehen. Zur Ausstellung gibt es für drei Euro die Broschüre „Brauen und Brennen in Frechen“.