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Aus für Kupferberg-Kabel

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KUPFERBERG. Alle Hoffnung war vergebens: Die Raczkowiak Kupferberg-Kabel GmbH wird geschlossen. Die zuletzt 91 Mitarbeiter haben bereits ihre Kündigung in der Tasche. Wie berichtet hatte die Firma am 11. August Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt. Jetzt steht fest, dass Anfang Oktober das Insolvenzverfahren eröffnet wird. Noch arbeitet man in Kupferberg die letzten Aufträge ab, dann soll der Betrieb endgültig abgewickelt und geschlossen werden.

Geschäftsführer Achim Raczkowiak auf BLZ-Anfrage: „Wir haben bis zuletzt in langen Verhandlungen mit Banken und dem vorläufigen Insolvenzverwalter versucht, eine Lösung zu finden. Ohne Erfolg. Die augenblickliche ökonomische Lage gibt es nicht mehr her, wirtschaftlich zu produzieren.“

Ein Großbrand, ausgelöst durch einen technischen Defekt, hatte im Mai 2002 eine 3000 qm große Lager- und Produktionshalle samt Vorräten vernichtet. Auch zahlreiche Maschinen, vielfach Spezialanfertigungen mit langen Lieferzeiten, wurden zerstört. Trotz Gebäude- und Betriebsunterbrechungsversicherung kam das Unternehmen danach nicht mehr auf die Beine.

Kupferberg-Kabel verdiente sein Geld vor allem mit der Herstellung von PVC-Elektrokabeln für Haushaltsgeräte wie Kaffee- oder Waschmaschinen. „Wir haben von großen Stückzahlen gelebt“, so Raczkowiak. Als nach dem Brand die Produktion für mehrere Wochen still stand, seien die wichtigsten Kunden abgesprungen. „Danach konnten wir nur noch versuchen, über den Preis wieder ins Geschäft zu kommen,“ so Raczkowiak. Die Folge: neue Verluste.

Die Probleme beschleunigten sich, als sich die Geschäftsführung mit der Ausfallversicherung nicht einigen konnte. „Die Versicherung zahlt zwar für Umsatzausfälle und Mehrkosten, nicht aber für verlorene Kunden“, so der Geschäftsführer. Der Betrieb sei aber so oder so wohl nicht mehr zu retten gewesen. Denn in der Elektroindustrie herrsche ein mörderischer weltweiter Verdrängungswettbewerb. „Wir können auf Dauer nicht mit Billiglohnländern konkurrieren“, meint der Wipperfürther Unternehmer pessimistisch. Daran seien die Verbraucher hier zu Lande nicht ganz unschuldig. „Wenn es eine Kaffeemaschine für zwanzig Euro und eine für zehn Euro gibt, dann wird nur die für zehn Euro gekauft.“ Auch wenn diese Maschine nicht die nötigen Sicherheitsnormen erfülle. Raczkowiak: „Wenn ich Werbung wie wir können nur billig höre, schwillt mir der Kamm. An die Folgen für die Firmen und Mitarbeiter denkt keiner.“ Für Achim Raczkowiak bedeutet das Ende von Kupferberg-Kabel auch einen sehr schmerzhaften persönlichen Einschnitt. „Ich bin hier auf dem Firmengelände groß geworden,“ erzählt er mit bitterer Stimme.

Kupferberg-Kabel wurde im Jahr 1956 gegründet. In Spitzenzeiten Anfang der neunziger Jahre beschäftigte die Firma 300 Mitarbeiter. In drei Jahren hätte das Unternehmen den 50. Geburtstag gefeiert.

In den kommenden Wochen will der Unternehmer die letzten Geschäfte noch sauber abwickeln. „Das bin ich meinen Mitarbeitern schuldig, damit sie wenigstens ihr Geld erhalten.“ Für die Monate Juli bis September gibt es für diejenigen Mitarbeiter, die sozialversicherungspflichtig beschäftigt waren, Insolvenzausfallgeld vom Arbeitsamt, allerdings erst nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens im Oktober.

Auch das Wipperfürther Arbeitsamt hat sich auf die Situation eingestellt: „Es gab eine Betriebsversammlung bei Kupferberg Kabel, wir waren vor Ort, um die Arbeitslosmeldungen gleich entgegenzunehmen“, sagt Oliver Zimmet, stellvertretender Leiter des Arbeitsamtes. Außerdem habe man den Kupferbergern einen Extratermin eingeräumt. Zimmet: „Sonst hätte es bei uns zu Wochenanfang ähnlich wie im Gummersbacher Arbeitsamt ausgesehen.“ Ein besonderes Problem bei Kupferberg-Kabel: Zum Teil arbeiteten dort ganze Familien. „Solche Fälle haben für uns Priorität, und wir bemühen uns, möglichst schnell Vermittlungsvorschläge zu machen“, so Zimmet. Allerdings stelle derzeit kaum ein Arbeitgeber neue Kräfte ein.