BERGHEIM – Das automobile und technische Museum Berendes im Gewerbepark Bergheim gibt es nicht mehr. Nach der üblichen Winterpause bleibt das Museum, das sonst zu den Osterferien in die Sommersaison startete, geschlossen. Die Ausstellungsstücke sind weitgehend verkauft und die Gebäude stehen zum baldigen Verkauf an.
Die Besucherzahlen waren in den vergangenen Jahren merklich zurückgegangen. Auch die Stadt habe sich nicht mehr für das Museum eingesetzt, klagt Museumschef Wolfgang Berendes. So habe die Stadt früher offizielle Besucher und Partnerschaftsdelegationen regelmäßigins Museum geführt, die dort auch bewirtet worden seien. So habe er immer tiefer in die Privatschatulle greifen müssen, um das Museum zu halten. Jetzt habe er die Notbremse ziehen müssen, sagt Berendes. Dies sei nicht zuletzt deshalb nötig geworden, weil die Banken im Zuge von fiskalischen Prüfungen und Forderungen, die nach seiner Ansicht unberechtigt seien, die Konten vorübergehend gesperrt hätten, berichtet Berendes.
Zu dem Engpass habe auch beigetragen, dass Mieter in seinen Häusern im Gewerbepark säumig seien.Nach gesundheitlichen Problemen, Spätfolgen der hohen körperlichen Belastung beim Aufbau des Museums, gesellten sich zu den finanziellen Schwierigkeiten auch noch familiäre Probleme. „Ich muss jetzt einen Schnitt machen und einen neuen Lebensabschnitt planen“, bedauert Berendes die Entwicklung.
Das Museum wurde 1999 gegründet und ein erstes Gebäude an der Willy-Messerschmitt-Straße errichtet. Zusammen mit seiner Frau Monika stellte Museumschef Wolfgang Berendes blinkende Oldtimer aus, sammelte dann auch technische Geräte, von Radios, Telefonen und Büromaschinen bis hin zu Puppenhäusern und Modelleisenbahnen.Gut lief auch das Geschäft mit Mietkarossen, wie dem Buick „Master Six“ von 1924, baugleich dem, mit dem Bonnie und Clyde zum Bankraub kutschiert sein sollen, oder dem Rolls Royce „Corniche“, an dessen Volant einst Peter Sellers gesessen haben soll.
Vor neun Jahren bauten die Eheleute Berendes ein zweites Haus auf das Nachbargrundstück, auf dessen Dach werbewirksam ein Original des legendären Starfighter F 104 G thront. Das Gebäude wurde nie ganz fertig und diente als Werkstatt zur Aufbereitung der Ausstellungsstücke. Während die Limousinen schon versilbert wurden, ist der Starfighter noch im Angebot. „20 000 Euro muss der schon bringen“, hofft Berendes. Allerdings ohne Motor, den hat er damals nicht bekommen. „Der ist nur an sechs Schrauben fest und mit einem Anhänger abzutransportieren“, erläutert der Noch-Besitzer des legendären Kampfflugzeugs. Auf Käufer warten auch ein überholungsbedürftiger Fokker-Viersitzer und ein Feuerwehr-Oldtimer.
