Abo

Autor, Journalist und Vater von „Mecki“

3 min

KÖNIGSWINTER. Seine Talente waren vielfältig: Er war Vater der Trickfigur „Mecki“, dem Igel; als Autor rührte er mit Romanen wie „Suchkind 312“ oder „Ein Herz spielt falsch“ Millionen Menschen zu Tränen; als Journalist war er Mitbegründer der Programmzeitschrift „Hör zu“, und als Techniker maßgeblich an der Herstellung der Langspielplatte beteiligt: Professor Dr. Eduard Rhein. Heute vor zehn Jahren ist der Ehrenbürger von Königswinter im Alter von 92 Jahren gestorben, dem die Stadt heute gedenkt.

Der gebürtige Königswinterer hatte am 23. August 1900 als Sohn des Hoteliers Eduard Robert Rhein und Therese Rhein (geb. Hoy) das Licht der Welt erblickt. „Edi Rhein“, wie er am Drachenfels genannt wurde, hat - obwohl im Laufe seines Schaffens in den Metropolen Berlin, Hamburg und München sowie Genf, Nizza oder Cannes - den Kontakt zu seiner Geburtsstadt und zu seinen Freunden aus der Jugendzeit nie abreißen lassen.

Im Ersten Weltkrieg wurde Eduard Rhein als 17-jähriger Freiwilliger zum Zeppelin-Dienst einberufen. Nach Kriegsende war er als Volontär bei „Arthur Leser & Co.“ in Köln tätig. Anschließend studierte er Physik, Elektrotechnik und Biologie- und bestand mit 22 Jahren sein Diplom als Physiker. Es folgten zwei Jahre als Ingenieur bei AEG in Berlin, dann war er mehr als vier Jahre Referent im Zentralverband der Deutschen Elektronischen Industrie.

Die publizistische Tätigkeit von Eduard Rhein begann in den 20er Jahren. Beim Ullstein-Verlag wurde er „Sachverständiger für Rundfunktechnik“. Vor dem Zweiten Weltkrieg schrieb Rhein viel beachtete Beiträge im Bereich der Physik, der Elektrotechnik und der noch in den Kinderschuhen steckenden Rundfunk- und Fernsehtechnik. Der Erfinder Rhein machte später mit zahlreichen Ideen auf sich aufmerksam. So ist er Vater des rechteckigen Fernsehbildes, und sein „Füllschriftverfahren“ wird zur Herstellung von Langspielplatten verwendet.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Rhein Chefredakteur für die neue Rundfunkzeitschrift „Hör zu“. Anfangs mit einer Auflage von 100 000 Exemplaren, erreichte die Auflage beim Ausscheiden Rheins eine Stückzahl von vier Millionen. Der Königswinterer erfand das Markenzeichen der „Hör zu“, den Igel Mecki, und schrieb auch Verse und Kinderbücher in der Mecki-Reihe.

Eduard Rhein wurden viele Ehrungen zuteil. Er erhielt das Große Verdienstkreuz mit Stern, die Hans-Bredow-Medaille für Verdienste um den Deutschen Rundfunk sowie das Ehrenzeichen des Deutschen Roten Kreuzes. Königswinter verlieh ihm zu seinem 90. Geburtstag die Ehrenbürgerschaft.

1987 wurde die Professor-Rhein-Stiftung gegründet, die in Königswinter die Kunst, Kultur und Bildung unterstützt (siehe Stichwort). „Gerade in der heutigen Zeit knapper öffentlicher Kassen ist ein Segen für die Stadt, eine Einrichtung wie die Professor-Rhein-Stiftung zu haben“, sagte Bürgermeister Peter Wirtz. (mhm)