WIPPERFÜRTH – Wer nach Bengelshagen will, biegt erst von der Land- und dann von der Kreisstraße ab. Der kleine Ort an der Grenze zwischen Wipperfürth und Marienheide hat nicht mal einhundert Einwohner.
Aber zwischen April und Oktober, an jedem ersten Samstag im Monat, verdoppelt sich die Zahl der Menschen in Bengelshagen. Mindestens, denn wenn Bruno Steinbach die Scheune des kleinen Hofs aufschließt und Ingrid Kalvelage die Kasse aufstellt, dann stehen die ersten Besucher schon Schlange. Gegen Mittag wird es noch mal so hektisch. Dann brutzeln Margret Müller und Anna Felbecker Reibekuchen und dafür kommen Stammkunden bis aus Wuppertal.
Der Hofbasar der Lichtbrücke in Bengelshagen ist jetzt in die Winterpause gegangen. In diesem Jahr haben die 16 Ehrenamtler, die den Basar organisieren, an den sieben Samstagen je rund 2500 Euro Spenden gesammelt. Ludwig Kalvelage hat die Zahlen akribisch aufgelistet: „An einigen Samstagen sind wir in diesem Jahr sogar über die 3000 Euro gekommen“, verrät er nach einem Blick in die Bücher. Sieben Mal 2500 Euro, das sind 17500 Euro. Das Geld fließt in die Projekte des gemeinnützigen Vereins mit Sitz in Engelskirchen (siehe Infobox).
In Bengelshagen, auf einem alten Hof, den Bruno Steinbach aus Frielingsdorf der Lichtbrücke schon seit 15 Jahren zur Verfügung stellt, ächzen die Regale unter dem Trödel. Die Mitglieder der Lichtbrücke sammeln das ganze Jahr über emsig. „Besteck, Geschirr, jede Art von Hausrat“, zählt Ingrid Kalvelage auf. Dieses Jahr hat sich eine eigene Gruppe gegründet, die gepflegte Kleidung für den Weiterverkauf vorbereitet. „Wir haben inzwischen die ganze Palette für den Haushalt“, erklärt Ingrid Kalvelage, ihr Mann Ludwig ergänzt: „Das ist ein Stück Nachhaltigkeit, ein Trend wider die Wegwerfgesellschaft.“ Begonnen hat alles mit einem Stand auf dem Sommerfest der Lichtbrücke in Loope. „Wir hatten in den ersten Jahren in Bengelshagen nur unser Lager“, erinnert sich Bruno Steinbach.Inzwischen ist der Basar zu einer festen Einrichtung während des Sommerhalbjahrs geworden. Neben dem Trödel macht das Buffet mit Mittagsangebot und Kaffee und Kuchen rund 40 Prozent der Spenden-Einnahmen aus. „Kuchenspenden, Salate, unsere Reibekuchen“, zählt Katharina Hagen auf.
Ab April 2012 öffnet der Basar wieder, für das kommende Jahr planen die Aktiven der Lichtbrücke, das Angebot um gut erhaltene Bücher zu erweitern und suchen dafür noch Spenden.
Wer gut erhaltenen Trödel, Kleidung oder Bücher spenden will, kann sich bei Bruno Steinbach, Alte Landstraße 36, 51789 Lindlar-Frielingsdorf, melden. Auch im Winterhalbjahr. Telefon: 0 22 66/9 01 98 20.
