MEINERZHAGEN / AUS DEM KREIS. Meinerzhagen steht unter Schock - und auch viele oberbergische Arbeitnehmer sind von dieser Hiobsbotschaft betroffen: Das Werk des Spritzgießmaschinenbauers Battenfeld in Meinerzhagen wird geschlossen; betroffen sind 470 Mitarbeiter. Dies gab gestern der Düsseldorfer Maschinenbauer SMS (vormals Schloemann-Siemag) bekannt. Heinrich Weiß, Vorsitzender der Geschäftsführung der SMS GmbH, begründete die Schließung damit, dass alle Versuche, das Werk konkurrenzfähig zu machen, keinen Erfolg gehabt hätten.
Die Battenfeld-Maschinen werden künftig nur noch am Standort Kottingbrunn in Österreich gebaut.
Die Battenfeld-Belegschaft wurde gestern von dieser Hiobsbotschaft völlig überrascht. Zwar gab es seit Jahren Gerüchte um Battenfeld, aber mit einer totalen Schließung des Werkes an der A 45 hatte keiner gerechnet. So war der Battenfeld-Betriebsrat gestern noch zu keiner Stellungnahme bereit. Und der örtliche Bevollmächtigte der IG Metall, Bernd Schildknecht, sagte nur: Alle Mitarbeiter stehen buchstäblich unter Schock.
Ein genaues Datum der Schließung des Werkes wurde gestern von der Konzernleitung nicht genannt, nach Informationen der Meinerzhagener Zeitung sollen aber am 30. Juni 2006 endgültig die Lichter bei Battenfeld ausgehen. Auch für die Stadt Meinerzhagen ist die Schließung des zweitgrößten Arbeitgebers ein schwerer Schlag, denn schon jetzt liegt dort die Arbeitslosenquote bei rund 10 Prozent.
Die Firma Battenfeld, die von dem 1972 verstorbenen Werner Battenfeld gegründet wurde, beschäftigte zu ihren Glanzzeiten über 1000 Mitarbeiter. 1975 geriet sie erstmals in wirtschaftliche Schwierigkeiten, und wurde nach einem außergerichtlichen Vergleich an einen Schweizer Investor verkauft. 1977 ging das Werk als 100-prozentige Tochter an Schloemann-Siemag AG. (la)