Köln – „Ich sehe das alles ganz emotionslos“, sagt Reinhold Knodel. Doch es fällt schwer, dem Vorstand und Alleinaktionär der Pandion AG das zu glauben. Der Stadtentwicklungsausschuss hat vor kurzem empfohlen, die Terrassenkante in Müngersdorf unter Schutz zu stellen. Der Rat wird dieser Empfehlung heute wohl folgen und damit dem Immobilienprojekt der Pandion AG an der Herrigergasse in Müngersdorf die wirtschaftliche Grundlage entziehen.
Knodel ist sauer: „Wir werden ab sofort in Köln auf Projekte verzichten, bei denen wir auf politische Beschlüsse angewiesen sind. Köln ist jetzt für Investoren ein problematischer Standort und wird sie vertreiben. Das sehen auch Kollegen von mir so. Die Pandion AG hat vor kurzem ein großes Paket in Düsseldorf gekauft.“ Knodel will jetzt anders bauen: „Wenn der Rat die Kante unter Schutz stellt, ist ein neuer Bebauungsplan an dieser Stelle endgültig tot. Wir werden dann den Bestand umnutzen. Und zwar in der kompletten Abmessung.“ Der „Bestand“ ist das alte Gebäude der DEG-Bank. Nördlich der Herrigergasse sollen Neubauten im Rahmen der „ortsüblichen“ Bebauung entstehen.
„Die Stadt tut sich keinen Gefallen, wenn dieser offensichtliche städtebauliche Fehler erhalten bleibt“, kritisiert Knodel den DEG-Bau. „Der steht jetzt garantiert die nächsten 100 Jahre. Ich kann nicht verstehen, warum die Politik hier vor den Bürgern derart einknickt.“
Man habe „natürlich sehr viel Zeit verloren“, verweist Knodel auf die zwei Jahre währenden Planungen und Diskussionen mit den Müngersdorfern, deren Bürgerverein die Neubaupläne ablehnt. „Unseren Gegnern war jedes Mittel gut genug, um uns nach Kräften zu behindern.“ Knodel lässt prüfen, ob er Rechtsmittel gegen die Ratsentscheidung einlegt. (ran)