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Behörden warnenZunahme von Erpressersoftware-Attacken droht – So schützen Sie sich

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Bundeskriminalamt und Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik rechnen mit einem Anstieg von Ransomeware-Angriffen. (Symbolbild)

Berlin – Mit Blick auf die bevorstehenden Weihnachtsfeiertage warnen das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und das Bundeskriminalamt (BKA) vor einer Zunahme von Cyber-Angriffen. Vor allem haben es die Cyberkriminellen demnach auf Unternehmen und Organisationen abgesehen. Das BSI rät Unternehmen und Organisation eindringlich, angemessene IT-Sicherheitsmaßnahmen umzusetzen.

„Wir sehen deutliche Anzeichen für eine zunehmende Bedrohung durch Emotet sowie verwundbare Microsoft-Exchange-Instanzen und daraus folgende Ransomware-Angriffe in Deutschland. Insbesondere Feiertage, Urlaubszeiten und auch Wochenenden wurden in der Vergangenheit wiederholt für solche Angriffe genutzt, da viele Unternehmen und Organisationen dann weniger reaktionsfähig sind“, sagt BSI-Präsident Arne Schönbohm. Auch BKA-Präsident Holger Münch erwartet einen Anstieg der Fallzahlen.

Ransomeware-Attacken können existenzbedrohend sein

Ransomware-Angriffe laufen laut der Sicherheitsbehörden stufenweise ab. Nach einer initialen Infektion des Computers, etwa durch die Schadsoftware Emotet oder unter Ausnutzung bestehender Sicherheitslücken im System, wird meist weitere Schadsoftware geladen, die für eine Ausbreitung in den Netzwerken und zur Verschlüsselung der Systeme führt.

Erfolgreiche Angriffe mit Ransomware können laut BKA für Unternehmen existenzbedrohende Ausmaße annehmen. Deswegen hat das BSI eine Cyber-Sicherheitswarnung veröffentlicht und diese auch an gefährdete Zielgruppen geschickt.

Darüber hinaus hat das BSI beobachtet, dass erneut zahlreiche verwundbare Microsoft-Exchange-Instanzen in Deutschland über das Internet erreichbar sind. Gründe hierfür ist oftmals, dass Software-Updates mit Sicherheitspatches nicht regelmäßig geladen werden. Zudem hat es auch laut BSI Fälle gegeben, indem die Updates nicht die erhoffte Schutzwirkung hatten.

Vor Erpresser-Software schützen: Das raten die Sicherheitsbehörden

BKA und BSI haben eine Reihe von Tipps, wie sich Nutzer vor Ransomeware-Attacken schützen können und auch für den Notfall gut vorbereitet sind:

  1. Öffnen Sie auf keinen Fall per Mail übersandte Anhänge oder enthaltene Links, die nicht zweifelsfrei sicherer Herkunft sind.
  2. Laden Sie keine Dateien/Programme aus dem Internet herunter, die nicht von verifizierten Stellen angeboten werden.
  3. Sichern Sie Ihre wichtigen und sensiblen Daten regelmäßig manuell oder mittels einer Back-up Software auf einem externen Datenträger.
  4. Halten Sie Ihr System mit der Installation verfügbarer Sicherheitsupdates auf dem aktuellen Stand.
  5. Nutzen Sie ein aktuelles Antivirenprogramm auf ihrem System.

Das sollten Sie tun, falls Sie betroffen sind:

  1. Stellen sie bei der nächsten Polizeidienststelle oder den Zentralen Cybercrime Ansprechstellen für Unternehmen (ZAC) Strafanzeige, falls Sie Opfer einer Ransomeware-Attacke geworden sind.
  2. Gehen Sie nicht auf Lösegeldforderungen ein – Dateien und Programme werden oft trotz Zahlung nicht entschlüsselt.
  3. Fotografieren Sie die Erpressungsnachricht auf Ihrem Bildschirm und erstatten Sie Anzeige bei der Polizei.
  4. Anschließend hilft meist nur ein komplettes Neuaufsetzen und Aufspielen eines Daten-Backups.
  5. Hilfe, um verschlüsselte Daten wieder zu entschlüsseln, gibt es auch über das Projekt NoMoreRansom.org, das für zahlreiche Ransomware-Varianten kostenlose Entschlüsselungstools anbietet, um befallene Systeme zu bereinigen.

Auf der Webseite des BSI ist zudem ein ausführlicher Leitfaden zu finden, wie sich Unternehmen bei einem IT-Sicherheitsvorfall durch Schadsoftware verhalten sollen. (red/lsc)