Es muss keine böse Absicht dahinterstecken, wenn wir von unserem Bettpartner mit Tritten bedacht werden. Eventuell verbirgt sich nämlich dahinter das Restless-Legs-Syndrom (kurz RLS genannt). Wissenschaftler schätzen, dass bis zu zehn Prozent der Deutschen darunter leiden, bei etwa einem Prozent ist die Krankheit behandlungsbedürftig.
Die Betroffenen klagen über wiederholtes Aufschrecken in der Nacht, ein morgendliches Gefühl der Zerschlagenheit und Tagesmüdigkeit sowie über schmerzende und taube Beine, als wenn man einen Marathonlauf hinter sich hätte.
Restless Legs können zahlreiche Ursachen haben. So gehören sie oft zum Beschwerdebild von anderen, übergeordneten Krankheiten wie etwa Arthritis, Diabetes sowie Lungen- und Nierenleiden, die dann natürlich bei der Behandlung Priorität haben. Auch Schwangerschaften führen oft zu zuckenden Beinen, die sich in der Regel jedoch von selbst erledigen, wenn das Kind geboren ist. Schließlich kann auch ein Mangel an Vitamin B12 oder Folsäure die Beine zum Zucken bringen, vor allem dann, wenn der Betroffene sich unausgewogen ernährt oder Hormonpräparate (wie etwa die Anti-Baby-Pille) nimmt.
Hier kann dann die Einnahme entsprechender Vitaminpräparate bzw. das Absetzen des Hormonpräparats sinnvoll sein. Ansonsten lasen sich Restless Legs oft durch alternative Heilverfahren behandeln. Gut dokumentiert sind Neuraltherapie und Traditionelle Chinesische Medizin, die das Beinzucken als Ausdruck des aufkommenden Leberwindes betrachtet und meistens per Akupunktur behandelt. Das Nadeln sollte freilich durch einen Heilpraktiker oder Arzt erfolgen, der über eine lange Erfahrung in Traditioneller Chinesischer Medizin verfügt. Nicht selten reicht es aber auch aus, ein paar grundsätzliche Verhaltensregeln zu befolgen, um die zuckenden Beine in den Griff zu bekommen:
Viel bewegen, vor allem Gymnastik, bei der die Beine beansprucht werden. Eine Schonung der Beinmuskeln ist bei Restless Legs genau das Falsche.
Vor dem Schlafengehen die Füße fünf bis zehn Minuten lang mit Ringelblumen- oder Aloe-vera-Öl einmassieren.
Bei ausgeprägten Beschwerden Beine und Füße vor dem Schlafengehen kalt abduschen! Wenn die Unruhe den ganzen Körper erfasst, kann auch vom Kopf abwärts geduscht werden. Anschließend mit noch etwas feuchter Haut ins Bett!
Kein Abendessen mehr nach sechs Uhr. Leichter Kost den Vorzug geben, und Nahrungsmittel weglassen, die im Einzelfall die Symptomatik verstärken (wie z.B. Rotwein).