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Bergischer Glaube gegen den Unglauben

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OMMERBORN. Weithin sichtbar sind die drei Kreuze unweit des Klosters Ommerborn - weithin bekannt ist die alljährliche Sakraments-Prozession am Sonntag nach Fronleichnam. Zum 75. Mal zieht die Prozession, an der in der Vergangenheit mehr als 10 000 Gläubige teilnahmen, am Sonntag, 13. Juni, 15 Uhr, von der Ommerborner Kirche rund um den kleinen Ort zwischen Thier und Olpe im „Dreiländereck“ von Wipperfürth, Lindlar und Kürten.

10 000 Gläubige

im Jahr 1939

Die erste Fronleichnamsprozession startete am 7. Juni 1929 noch am Gehöft Ommerborn. Sieben Jahre zuvor hatte der von dort stammende Eucharistiner-Pater und Superior des Dürener Ordenshauses, Hermann Josef Ommerborn, auf seinem Grundstück das Kloster Ommerborn errichten lassen.

Die erste Prozession war gleich ein voller Erfolg: 700 Gläubige geleiteten damals das Allerheiligste zu den vier Altären, die in Waldlichtungen errichtet wurden. Acht Tage hatten 50 Helfer das Großereignis vorbereitet. Die Teilnehmerzahl stieg in den folgenden Jahren stetig an. Im Heiligen Jahr 1933 fanden sich trotz widrigen Wetters über 3000 Pilger in Ommerborn ein. Damals beschloss die Ordensgemeinschaft der Ommerborner Eucharistiner, einen der Altäre als Kreuzaltar auszubauen. Bereits drei Jahre später errichtete man in Betonbauweise auf der höchsten Erhebung in Ommerborn die drei heute noch bestehenden Kreuze - als „Zeichen des bergischen Glaubens gegen den Unglauben“. Sehr zum Missfallen der nationalsozialistischen Machthaber, die jedoch weder eine Beseitigung des „Schandmals“ durchsetzen, noch den Strom der Gläubigen nach Ommerborn bremsen konnten. Vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs kamen im Juni 1939 sogar mehr als 10 000 Menschen zur Prozession in den kleinen bergischen Ort. Auch in den Kriegsjahren riss die Tradition nicht ab.

Ob Kriegswirren oder Unwetter - in 75 Jahren ist die Sakraments-Prozession nicht einmal abgesagt worden. Und auch heute pflegen die beiden noch in Ommerborn lebenden Eucharistiner-Patres mit ihrer kleinen, aber lebendigen Gemeinde die Tradition. „Die Verehrung der Eucharistie ist in unserem Orden der zentrale Gedanke“, erklärt Pater Friedel Kötter.

Zur Jubiläumsprozession am Sonntag, 13. Juni, werden wieder vier Altäre geschmückt - an den drei Kreuzen, am Sportplatz in der Waldlichtung (hier wird auch die Predigt gehalten), am Kalvarienberg beim Friedhof und in der Kirche St. Johannes der Täufer.