KÜRTEN – Diese Busfahrt möchte die Kürtenerin Lilly Braun so schnell nicht wiederholen: An der Kürtener Kirche knallte ihr der Busfahrer die Tür vor der Nase zu.
Die Mutter musste mit ihren vier Kindern (vier Wochen, zwei, vier und 13 Jahre) in gleißender Sonne bei knapp 30 Grad zu Fuß die Bergstraße etwa anderthalb Kilometer nach Kürten-Busch hoch laufen. „Zum Glück konnte mich meine 13-jährige Tochter unterstützen“, berichtet die Kürtenerin.
Begonnen hatte die unerfreuliche Busfahrt donnerstagnachmittags an der Haltestelle Ahlenbacher Mühle in Kürten-Mitte. Lilly Braun stieg mit ihren vier Kindern in einen Linienbus (427) der „Wupper-Sieg“, um sich den anstrengenden Fußmarsch nach Busch zu ersparen.
Nach zwei Haltestellen stockte die Fahrt. In Höhe der Kürtener Kirche hatte sich ein Lkw festgefahren, der Linienbus steckte zwischen dem Laster und einer Verkehrsinsel fest. Ihren Vorschlag, rückwärts zu manövrieren, habe der Fahrer mit abwehrender Handbewegung abgelehnt. Nach weiteren Minuten betätigte der Fahrer die Dauerhupe, aber an der Engstelle bewegte sich weiter nichts. „Nach insgesamt zehn Minuten Wartezeit bat ich den Fahrer, die hintere Türe zu öffnen, denn im Bus wurde es immer heißer.“ Da nicht absehbar gewesen sei, wann der Bus weiter fahre, stieg die Kürtenerin mit ihrem Nachwuchs aus. Kaum standen die Fahrgäste auf dem Gehweg, fuhr der Lkw weiter. „Wir gingen wir zum Bus zurück, der die Türen noch geöffnet hatte und noch stand. Auf die Bitte, uns wieder einsteigen zu lassen, sagte der Fahrer nur: ,Ich habe ja nicht gesagt, dass Sie aussteigen sollen' und knallte uns die Türen zu. Auf erneutes Klopfen reagierte er nicht und fuhr an uns vorbei.“ Für die junge Frau ein „unmenschliches Verhalten“: „So etwas habe ich noch nie erlebt. Die Kinder waren geschockt und haben den ganzen Abend gefragt, warum der Fahrer die Tür zugeknallt hat.“
Bei der Wupsi wird der Vorfall außerordentlich bedauert. „Der Busfahrer hatte Stress und es war eine schwierige Situation“, sagt Sprecherin Juliane Krahforst. „Trotzdem darf so etwas nicht passieren.“ Die Wupsi werde umgehend Kontakt zur Kundin aufnehmen und sich für das Verhalten des Busfahrers in aller Form entschuldigen. (cbt)