HELLENTHAL – Rund 120 Eltern und etwa 20 Ratsvertreter waren am Donnerstagabend in die Grenzlandhalle gekommen, um sich über das Schulart-Bestimmungsverfahren zu informieren. Von 19.30 bis 21.30 Uhr trug Bürgermeister Rudolf Westerburg anhand einer von Diana Stein ausgearbeiteten Präsentation vor, wie das Verfahren abläuft.
Die Eltern, die pro Kind eine Stimme haben, können über drei Schulformen abstimmen: Gemeinschaftsgrundschule, katholische oder evangelische Bekenntnisschule oder Weltanschauungsschule.
In der Gemeinschaftsschule wird der Religionsunterricht nach Konfessionen getrennt. In der Bekenntnisschule werden - wie der Name schon sagt - die Kinder nach katholischem oder evangelischem Bekenntnis unterrichtet.
Was eine Weltanschauungsschule ist, ist mehr als schwer zu verstehen. Ein Fachdezernent des Regierungspräsidenten hatte der Verwaltung freundlicherweise für den Informationsabend eine mehr oder weniger verständliche Definition ausgearbeitet. Die Verwaltung machte einen Gegenvorschlag, und der Dezernent in Köln warf seine Idee in den Papierkorb.
Hier nun ein Auszug aus der Verwaltungs-Fassung: „Die Schüler werden nach den Grundsätzen ihrer Weltanschauung unterrichtet und erzogen. An Weltanschauungsschulen wird Religionsunterricht nicht erteilt.“ Grundlage ist ein „subjektiv verbindliches Gedankensystem, das sich mit Fragen nach dem Sinnganzen der Welt und insbesondere des Lebens der Menschen in dieser Welt befasst und das zu sinnentsprechenden Werturteilen führt.“ Die Eltern werden sich hierüber aber nicht allzu viele Gedanken machen müssen, weil dieser Schultyp für Hellenthal wohl nicht in Frage kommt.
Dass eine Bekenntnisschule eingerichtet wird, scheint aber auch mehr als fraglich. Nach derzeitigem Stand der Verwaltung werden in der Gemeinde 305 Schüler unterrichtet. Ein paar fallen weg, weil sie nicht in der Gemeinde wohnen und deren Eltern kein Stimmrecht haben. 224 Stimmen sind nötig, um eine Bekenntnisschule einzuführen. Das Schulgesetz geht von zwei Klassen je Jahrgang und 28 Kindern pro Klasse aus. Eine Grundschule hat vier Klassen. Zwei mal vier Klassen ergibt acht Klassen. Acht mal 28 also 224 Kinder.
Heinrich van Wersch, Konrektor der Grundschule Reifferscheid, äußerte, 224 von 300 Stimmen seien nach menschlichem Ermessen nicht zu erreichen. Kommt diese Stimmenzahl nicht zustande, wird automatisch eine Gemeinschaftsschule installiert.
