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Bloss kein Sport mit dem Partner?

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Andreas Bach und Sophie Gschwendner-Wellensiek sind seit fast einem Jahr ein Paar. Sie haben sich zwar im Tennisverein kennen gelernt und treten dort gemeinsam bei Mixed-Turnieren an. Bei anderen Sportarten gehen sie aber lieber getrennte Wege: „Zum Joggen würde ich mich mit Andi nicht treffen“, sagt Sophie - da müsste ich mich nur aufregen, weil er mich wahrscheinlich auslachen würde.“ „Und ich will beim Joggen sehen, wo meine Grenzen sind - da würde Sophie mich nur bremsen“, sagt Andreas.

Diese Aussagen sind typisch, denn in der Regel gehen Männer und Frauen unterschiedlich an das Sporttreiben heran. „Männer wollen sich beim Sport auch mit dem anderen messen und an ihre Grenzen gehen“, sagt Prof. Ilse Hartmann-Tews vom Institut für Sportsoziologie der Deutschen Sporthochschule Köln.

Frauen dagegen seien beim Sport eher gesundheitsorientiert, sagt Maike Tietjens, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Arbeitsbereich Sportpsychologie der Universität Münster. Sie setzen daher auch eher auf „ästhetische Sportarten, bei denen man sich weniger körperlich auseinander setzt“. Das habe nicht zuletzt mit unterschiedlichen körperlichen Voraussetzungen der Geschlechter zu tun: „Männer haben ein größeres Herz, eine größere Lunge und stärkere Muskeln - deshalb sind sie mehr auf Leistung orientiert.“ Angesichts solcher Unterschiede verwundert es nicht, dass nur jeder dritte Deutsche gemeinsam mit dem Partner Sport treibt, wie eine Umfrage der Gfk-Gruppe in Nürnberg 2006 ergab.

Bevorzugt werden demzufolge als Trainingspartner die beste Freundin oder der Kollege - Hauptsache, der Sportsfreund ist desselben Geschlechts. Denn wenn er beim Joggen immer auf sie warten oder sie ständig ihre Grenzen überschreiten muss, um mit ihm mitzuhalten, ist Frustration programmiert. Dabei kann es für die Trainingsdisziplin von Vorteil sein, die gemeinsame Zeit als Paar für den Sport zu nutzen.

Partner motivieren, nicht überfordern

„In der Regel treiben wir mehr Sport, wenn der Partner auch sportlich ist“, sagt Frank Hänsel, Sportpsychologe an der Technischen Universität Darmstadt. Und es könne sogar „beziehungsstabilisierend“ wirken, als Paar zum Badminton oder Joggen zu gehen. Es ist aber wichtig, dass beide aus derselben Motivation heraus schwitzen. Hänsel: „Wenn er nur auf Leistung aus ist und sie auf Gesundheit und Fitness, ist es schwer.“

„Es muss Kompromisse geben“, rät Maike Tietjens Paaren. Die könnten zum Beispiel darin bestehen, dass beide gemeinsam drei Runden joggen, und er dann noch zwei Runden weiter läuft. „Und im Fitnessstudio kann er mehr Gewichte oder eine zusätzliche Runde machen“, empfiehlt Tietjens. Aber auch bei so genannten Rückschlagspielen wie Tennis, Squash oder Badminton sei das Konfliktpotenzial geringer. „Beim Tennis ergänzen wir uns gut - da ist sie sogar die Aggressivere“, sagt zum Beispiel Andreas.

Mannschaftssportarten verbieten sich in den meisten Fällen ohnehin. Die vergleichsweise untrainierte Partnerin mit zur wöchentlichen Fußballrunde mitzunehmen, hält kaum ein Mann für eine gelungene Lösung. Auch beim Joggen sollte das Leistungsniveau aber ähnlich sein. Und der Ton muss stimmen - ein Tipp vor allem für Männer: „Lassen Sie nicht den Trainer raushängen“, rät Frank Hänsel. „Wenn ich den Sport in die Partnerschaft integrieren will, muss ich den anderen motivieren, nicht überfordern.“

„Beide können dabei voneinander lernen“, findet Maike Tietjens: „Sie lässt sich von ihm zu höheren Leistungen anspornen. Und er lernt von ihr, besser auf seinen Körper zu achten.“ Denn typisch sei nicht nur, dass Männer schneller laufen oder mehr Liegestütze machen können. Typisch sei auch, dass Männer selbst mit Schmerzen ihr Programm durchziehen: „Da tut das Knie weh, und er geht trotzdem zum Fußball, weil es ja sein muss.“