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BrandRetterin versengt sich ihre Haare

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Die Helden von Sinnersdorf:Christopher Kurth, Kyra Müller, Vanessa Kurth und Yannick Kehlenbach (v.l.) entpuppten sich als Lebensretter bei einem Brand am frühen Sonntagmorgen.(Fotos:Rosenbaum)

Pulheim – Vanessa Kurth ist die Heldin von Sinnersdorf. Ihr hat der Bewohner eines Hauses an der Roggendorfer Straße sein Leben zu verdanken.In der Nacht zu Sonntag ist die 19-Jährige mit ihrem Cousin Christopher und ihren Freunden Kyra Müller und Yannick Kehlenbach unterwegs von Pulheim zu einer Freundin nach Worringen. Als die vier um kurz nach 2 Uhr an der Kirche in Sinnersdorf vorbeikommen, sehen sie helle Flammen aus einem Haus an der Kreuzung lodern. Sofort halten sie den Wagen an und rufen die Feuerwehr.

Doch da kommt eine Passantin mit ihrem Mann auf die vier zu und ruft: „Da ist noch einer drin!“ Während die anderen drei aus einem an den Brand angrenzenden Wohnhaus eine Anwohnerin aus dem Schlaf holen, die sich kurz darauf mit ihrem Hund ins Freie flüchten kann, wendet sich Vanessa dem brennenden Anbau zu. Dort sind noch alle Rollladen an den Fenstern heruntergelassen und im Inneren rührt sich nichts.

„Irgendwie hatte ich ein komisches Gefühl im Bauch“, sagt sie später. Zuerst versucht sie, über eine Eingangstür in den Innenhof zu kommen.Als das nicht klappt, klettert sie geistesgegenwärtig auf die Motorhaube eines unmittelbar neben der Hauswand abgestellten Pkw und versucht, den Rollladen am Fenster hochzuschieben. Als auch das nicht geht, macht sie Radau und schlägt mit der Hand gegen die Jalousien. „Das war ganz schön warm“, berichtet sie später, „ich hab mir dabei sogar ein paar Haare versengt.“ Doch der Einsatz der 19-Jährigen wird von Erfolg gekrönt. Der Lärm weckt den Bewohner auf. „Ich habe tief und fest geschlafen“, erinnert sich der Mann.

Aus dem Schlaf gerissen geht er die Treppe hinunter zur Haustür. Da bemerkt er Rauch und die hellen Flammen. Sofort stürmt er aus dem Haus – buchstäblich in letzter Minute.

Als die Feuerwehr eintrifft, bekämpft sie mit vier Trupps den Brand, der sich auf das ganze Haus ausgedehnt hat. Mit Wasser und Schaum gehen 57 Einsatzkräfte gegen die Flammen vor. Doch der Schaden ist immens. Der Anbau, der zuerst brannte, wird fast vollständig zerstört, und auch das rote Nachbarhaus ist schwer beschädigt. Selbst der Pkw, auf den Vanessa geklettert war, ist unbenutzbar geworden. Die Polizei schätzt den Schaden auf mindestens über 60 000 Euro.

Vieles deutet aufBrandstiftung hin

Als Ursache für den Brand machen Polizei und Feuerwehr schnell mehrere Mülltonnen aus, die vor dem Haus standen und nun nur noch zu einem Klumpen am Boden zusammengeschmolzen sind. Da die Beamten von Brandstiftung ausgehen, wird der Brandort von der Kriminalpolizei beschlagnahmt und abgesperrt.

Auf Brandstiftung deutet auch die Tatsache hin, dass fast Zeitgleich ein paar Straßen weiter am Kreisverkehr Zehnhof/Theuspfad ebenfalls eine Papiermülltonne in Flammen aufgeht. Eine noch in der Nacht eingeleitete Nahbereichsfahndung der Polizei mit Hilfe eines Hubschraubers bleibt erfolglos. Die Polizei sucht jetzt Zeugen, die Angaben über mutmaßliche Täter machen können. Hinweise nimmt die Polizei Rhein-Erft-Kreis unter Tel. (0 22 33) 52-0 entgegen.www.runschau-online.de/bilder